Adventsfenster

Das Adventsfenster ist eine Tradition in unserem kleinen Wohnort Kulmerau. An jedem Abend im Dezember gestaltet jemand aus dem Dorf ein Fenster oder macht eine spezielle Weihnachtsdekoration.

Am letzten Sonntag, 9. Dezember durften wir unser Adventsfenster das erste Mal beleuchten. Wir nutzten diesen Anlass, um den interessierten Personen unser Projekt zu präsentieren. Das Fenster sowie die offerierten Gebäcke standen unter dem Motto „eine Brücke bauen“. Neben den herkömmlichen Schweizer Weihnachtsguetzli und einem feinen Apfelmostpunsch, konnten wir senegalesischen Nougat (welcher vor einer Woche von unserer Freiwilligen importiert wurde) und Hibiskus-Tee anbieten. Eine süsse Angelegenheit und ein gelungener Schweiz-Senegalesischer Abend.

Hier einige Eindrücke vom gemütlichen Abend.

 

Unsere Herzen sind schwer

Letzten Mittwoch haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass in Saint Louis zwei kleine Talibes an Malaria gestorben sind. Einer von ihnen starb in seinem Gebetshaus, drei weitere waren schwer krank ins Spital gebracht worden. Einer von ihnen ist anschliessend im Spital verstorben. Die anderen zwei sind nach neusten Angaben in einem stabilen Zustand.

Was für eine Tragödie. Wie kann es sein, das nur zirka 10 Minuten von unserem Center Kinder in miserablen Bedingungen sterben müssen? Wir sind schockiert und der Verlust tut uns sehr weh. Das Gebetshaus liegt im Nachbarsquartier, wo ein anderes Center stationiert ist. Daher haben wir von den kranken Kindern nichts erfahren.

Neben der grossen Trauer verspürte ich eine grosse Wut und Ratlosigkeit. Was muss noch passieren, damit diese Kinder endlich eine bessere Zukunft erhalten? Wieso spricht die Politik immer wieder von neuen Gesetzen gegen das Betteln, etc. aber nichts passiert? Warum akzeptiert die Bevölkerung nach wie vor, dass diese Kinder einfach so auf der Strasse leben müssen? Müssen wir als Organisation mehr machen?

Es gibt leider keine Antworten auf diese Fragen.  Wir haben viele Gespräche geführt. Cheikh, Marion, ich und das Team im Senegal. Es hat gut getan. Doch wie weiter? Wir geben diese Frage vorerst unserem Team im Senegal zurück. Unser Ziel ist es, dass sie uns Massnahmen und Verbesserungsvorschläge für die tägliche Arbeit geben. Wir müssen wieder achtsamer und wacher sein. Lieber einmal mehr nachsehen und prüfen.

Etwas ist uns jedoch klar geworden. Wir wollen weitermachen. Wir machen es für alle Kinder, die vor Ort unsere Hilfe benötigen und wir machen es für die zwei kleinen Jungs, die unsere Erde viel zu früh verlassen haben.

personelle Veränderungen

Wir möchten euch über diesen Kanal über personelle Veränderungen in unserem Projekt informieren.

Zuerst zu der Schweiz:
Brigitte hat entschieden, aus dem Vorstand des Vereines Coeur en Or auszutreten. Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Wir sind jedoch froh, dass Brigitte den Verein weiterhin mit anderen Aufgaben tatkräftig unterstützt.
Liebe Brigitte, wir lassen dich sehr ungern gehen, können jedoch deine Entscheidung nachvollziehen. Danke für alles!
Wie wir im Vorstand organisatorisch weiterfahren werden, wird sich nun in der nächsten Zeit zeigen.

und nun zum Senegal:
Mamadou, unser Direktor vor Ort, hat sich überraschend entschieden, einer neuen Tätigkeit nachzugehen. Wir sind auch über diesen Abgang traurig und wünschen Mamadou alles alles Gute für die Zukunft.
Mamadou wird aktuell durch Cheikhs Familie ersetzt. Entweder ist Cheikhs Bruder Youssuf oder Cheikhs Schwester Marieme im Center vor Ort und verantwortlich. Wir suchen nach einer passenden und wenn möglichen langfristigen Lösung. Wir sind froh, dass der Projektalltag jedoch nicht unterbrochen worden ist. Die Stelle der Center-Leitung fordert so einiges und ist daher nicht einfach zu besetzen. Die Anforderungen sind hoch, der „Lohn“ jedoch nicht wirklich.

Drückt uns die Daumen 🙂

Esther erzählt von den Ferien im Senegal

Am 29.09.2018  konnten wir unser Ferienziel Senegal endlich antreten. Nach ein paar Vorbereitungen sitzen wir im Flugzeug. Wir haben uns alle riesig darauf gefreut, den Kontinent Afrika zu erkunden. Elena und Cheikh, unsere Reiseleiter, haben da natürlich eine grosse Erfahrung. Sie selbst kennen sich in diesem Land sehr gut aus. Als wir in Dakar ankamen, wärmte uns die afrikanische Sonne schon ganz fest.

Wir wurden von einem Chauffeur und Cheikhs Bruder, Samba abgeholt. Sofort begannen wir unser riesiges Gepäck zu verladen. Unsere erste Nacht verbrachten wir in einem grossen Haus mit Pool. Am nächsten Tag ging es dann nach St. Louis, eine grosse Küstenstadt, welche dann auch unser Ziel war. Unsere Gastfamilie hat uns sehr herzlich empfangen. So durften wir in einem neu gebauten Obergeschoss übernachten. Das Essen hat uns allen wunderbar geschmeckt. Mama Cheikh und ihren Helferinnen sei Dank.

Zweimal die Woche durften wir beim Projekt  für die Strassenkinder (Coeur en Or) mithelfen. Dieses Projekt ermöglicht den Kindern, 1x eine richtige Mahlzeit pro Woche zu sich zu nehmen sowie werden die Kinder auch dort verarztet. Zum Abendessen gab es Parisettebrot, gehacktes Lammfleisch, Pommes frites und Eier. Alles in einem Sandwich verpackt. Welch Freude hatten da die vielen Kinder. Wir durften aber auch einen Einblick in die Gebetshäuser der Talibes machen. So heissen die Strassenkinder dort.

Die übrige Zeit erkundeten wir die lässige Stadt oder waren bei der Gastfamilie. C’etait très amusant. Merci beaucoup à tout le monde. Speziell auch an Monsieur Cheikh.

In St. Louis hatten wir einfach das Gefühl, es sei schöner und beweglicher in dieser Stadt als in der Schweiz. Die Menschen haben eine viel bessere Laune und sprühen ganz viel Lebenskraft aus.

„Man muss reisen, um zu lernen.“
Mark Twain

Zuletzt möchten wir auch Elena und Cheikh vielmals danken. Es war wunderbar mit euch. Bruno,Silvan, Nadine, Miriam und Esther.

 

 

Wundervolle Momente

Zwei Wochen Senegal vergehen wie im Flug. Die Ferien waren zwar kurz, jedoch haben wir ganz viele tolle und einzigartige Momente erlebt.

Als wir angekommen sind, hat uns vor allem die Hitze zu schaffen gemacht. Es war mindestens 35 Grad heiss mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Der Schweiss ist gelaufen. Unser gemieteter Bus war kleiner als gedacht, was jedoch auch nicht weiter tragisch war. Die Gepäcke fürs Projekt wurden kurzerhand aufs Dach des Buses gebunden – Willkommen im Senegal!

Das Wiedersehen mit den Familien und Freunden war einmalmehr unbeschreiblich schön. Mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie Saint Louis meine zweite Heimat ist.
Besonders hat mich gefreut, dass einige Talibés mich auf der Strasse erkannt haben und meinen Namen gerufen haben. Dies bevor ich überhaupt zurück im Center war.

Auch im Center war es sehr heiss und sogar die Kinder waren etwas ruhiger. Ich vermute, dass es auch ihnen zu heiss war um grosse Sprünge zu machen. Die Stimmung im Team war gut. Ich bin sehr stolz auf unser Team. Trotz kleinsten Löhnen stehen sie jeden Tag auf und arbeiten für die Kinder.

In der zweiten Wochen haben wir Inventar gemacht und ein neuer Stock an OMO (Waschmittel), Colgate Zahnpasta und medizinischem Material gekauft. Dies hat sich gelohnt. Es kamen sehr viele Kinder. Es wurde geduscht, Kleider gewaschen und fleissig Zähne geputzt. Nebenan wurde gemalt und mit den farbigen Klötzli gespielt.  Kleine Anmerkung: Wir benötigen für unsere nächste Reise möglichst noch Klötzli und einige Twister-Spiele: Das sind nämlich die absoluten Lieblinge der Kinder!

Auch beim Gouter sind sehr viele Kinder erschienen. Wir haben am ersten Freitag ein spezielles Gouter mit Sandwich, Fleisch und Pommes gemacht. Die Kinder waren begeistert! Wir haben auch gemerkt, dass das Budget für die Gouter nicht ausreicht, um allen Kinder ein Brot zu geben. Wir werden dies in der Schweiz noch besprechen. Es tut weh, wenn einige Kinder leer ausgehen.

Ja, es tat wirklich gut wieder einmal um die Talibés zu sein. Obwohl ich ja nicht meine ganzen Ferien im Center verbracht habe. Doch diese kleinen Momente mit strahlenden Lachen auf den Gesichter geben einem so viel. Ich denke jetzt noch so oft daran.

Wir sind im Senegal!

Ja, es ist wieder soweit. Cheikh und ich (Elena) dürfen das zweite Mal dieses Jahr Koffern packen für den Senegal. Was für eine riesige Freude!

In den letzten Wochen haben wir wieder spezifisch Material gesammelt. Wie auch im letzten April haben wir von der Firma Forni Medical GmbH viel medizinisches Material erhalten. Von der Schatzcheste in Dagmersellen haben wir auch diesmal wieder sehr viele Kinderkleider erhalten. Ein herzliches DANKE an Beni und Forni Medical.

Da wir zu siebt unterwegs sein werden, konnten wir 7 x 23 kg Material fürs Projekt packen.
Wir waren beim Packen sehr speditiv und haben die Sache in zwei, drei Stunden verpackt. Es gab ab und zu Diskussionen über die Prioritäten, Wichtigkeit oder ob wie gewisse Sachen wirklich brauchen können. Aber alles in allem war es eine geniale Teamleistung von Mami, Marion, Cheikh und mir!

Es freut uns auch, wie unsere vergangenen Projekte in Büron, Schlierbach und Sursee im letzten Februar/März immer wieder Früchte tragen. Wir werden oft auf die vergangenen Projekte angesprochen und viele Leute, die beteiligt waren, unterstützen Coeur en Or nun kräftig. Auch an euch ein riesiges Danke!

Was wir in den zwei Wochen Senegal machen? Das ist eine gute Frage, ich könnte euch locker eine Seite mit tollen Ideen aufschreiben. Aber ich habe aus dem letzten Aufenthalt gelernt. So vieles stand auf dem Zettel und vieles hatte kein Platz in der kurzen Zeit vor Ort.

Klar haben wir einige organisatorische Sachen fürs Projekt zu klären. Zudem werden wir es nutzen, auch dem Team wieder einmal für ihren guten Einsatz zu danken. Und.. Cheikh und ich brauchen definitiv auch einige Tage einfach nur Ferien. Aber das lässt sich ja auch wunderbar mit leuchtenden Kinderaugen und strahlenden Gesichtern verbinden! 🙂

Bilder von unserer Zeit vor Ort folgen…

Herzliche Grüsse und bis bald.

P.S. folgt uns doch auch auf Instagram. Dort gibt es etwas häufiger Neuigkeiten von unserer Seite 🙂 https://www.instagram.com/coeurenor.senegal/

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Afrikanisches Verladen des Gepäcks!

Das Leben in der Gastfamilie

Yasmine war unsere Freiwillige von letzten Februar bis Ende Juni. Wir haben sie gefragt, ob sie uns eine kurzen Bericht über ihre Zeit bei der Gastfamilie (Familie von Cheikh) im Senegal schreiben kann.

Hier ihr Text auf Französisch:

Quand je suis arrivée j’étais très stressée à l’idée de rencontrer ma famille d’accueil, car je savais que j’allais y rester et y vivre pendant 5 mois.

L’accueil dans la famille a été très chaleureux et amical. Les premiers jours, l’adaptation s’est fait relativement vite car même si j’avais la nostalgie de mes amis et de ma famille en France, je pouvais compter sur ma famille d’accueil pour me faire découvrir leur culture, leurs occupations et également pour répondre à toutes mes questions.

Je tiens à les remercier pour m’avoir accueillie et pour avoir pris soin de moi comme si j’étais réellement un membre de leur famille. Ce que je retiens du séjour dans ma famille ce sont les fous rires, les bons moments passés avec les enfants, la complicité que j’ai eue avec mes soeurs et la gentillesse de yaay, de coco et de baba.

Si je souhaite retourner au Sénégal c’est essentiellement pour les revoir, eux que je considère aujourd’hui comme des membres de ma famille.

Und hier eine sinngemässe Übersetzung:

Als ich in den Senegal reiste, war ich ziemlich gestresst über die bevorstehende Ankunft in der Gastfamilie. Ich wusste, dass dies mein neues zu Hause sein wird für die nächsten 5 Monate.

Der Empfang in der Familie war sehr herzlich. Meine ersten Tagen verliefen sehr gut und ich gewöhnte mich schnell an die neuen Umstände, obwohl ich natürlich meine Familie und Freunde aus Frankreich vermisste. Meine Gastfamilie liess mich ihre Kultur entdecken und zeigte mir ihren Alltag. Zudem antworteten sie mit viel Geduld auf alle meine Fragen.

Ich möchte mich hiermit ganz herzlich bei ihnen bedanken für die riesige Gastfreundschaft. Sie haben auf mich aufgepasst, als wäre ich ihr Familienmitglied. Was mir besonders in Erinnerung bleibt sind die intensiven „Lachmomente“, unvergessliche Momente mit den Kindern, die enge Freundschaft (Komplizenschaft) zu meinen Gastschwestern und die Herzlichkeit von Yaye, Baba und Coco (Eltern von Cheikh).

Wenn ich in den Senegal zurück gehen, muss ich als aller erstes meine Gastfamilie sehen! Sie sind nämlich jetzt Mitglieder von meiner Familie geworden.

 

Wir sind wieder da! :)

Oh ja, ihr kennt es bestimmt auch von eurem Umfeld. Mai bis Juli ist Hochsaison für alle Studenten. So waren auch wir sehr beschäftigt mit Prüfungsvorbereitungen, Prüfungen schreiben und anschliessendem Erholen.

Ich freue mich so richtig, wiedereinmal richtig Zeit für Coeur en Or zu haben und meine Zeit nicht Fächern wie VWL, BWL oder Recht widmen zu müssen. Obwohl es hier in der Schweiz von unserer Seite her ruhig war, war es dies auf keinen Fall im Senegal.

Nachdem unsere Freiwillige Yasmine nach 5 Monaten Senegal abgereist ist, haben wir nun zwei Belgierinnen (Solene und Claire) in unserem Projekt. Hier einige Bilder von ihren zwei Wochen im Senegal:

Mit Freude stellen wir fest, dass wir wieder mehr Kinder bei unserem wöchentlichen Gouter am Freitag haben. Dies liegt sicherlich auch daran, dass unser Projekt so stabil läuft. Dank den tollen Projekten in Büron, Schlierbach und Sursee anfangs Jahr können wir den Kindern eine kontinuierliche Betreuung bieten.

Wir wünschen nun euch allen super tolle Sommerferien! Geniesst die Zeit!
Elena

P.S. Aufgrund der langen Zeitspanne lassen wir die übrigen Berichte von unserem Festival im April weg.
P.S.2 Wir sind neu auf Instagram mit dem Namen: coeurenor.senegal – wir freuen uns über Followers – https://www.instagram.com/coeurenor.senegal/ 🙂

Ein Marsch mit und für die Talibes

Wie im letzten Beitragen erwähnt, haben wir uns Zeit und Erholung gegönnt. Letzten Dienstag hat unsere erste Projektsitzung seit der Reise in den Senegal stattgefunden. Die Freude über das Wiedersehen war gross. Wir haben nochmals über den Aufenthalt gesprochen und die nächsten Schritte für den Sommer besprochen.

Jetzt wird es aber auch höchste Zeit, euch noch detaillierter von unserem Aufenthalt und dem vergangenen grossen Event zu erzählen.

Der Marsch für die Kinder

Der 20. April ist im Senegal der nationale Tag für die Strassenkinder Talibes. Wir wollten diese Gelegenheit nutzen, Saint Louis und den Politiker zeigen, dass wir gegen das Phänomen der Talibes sind und wir keine bettelnden Kinder im Senegal sehen wollen. Das Team Senegal hatte die Idee eines Marsches – eine kleine Demonstration. Mamadou, unser Direktor, hat dazu eine Bewilligung beim Gericht geholt und diese anschliessend bei der Armee und der Polizei deponiert. Eigentlich sollten uns die Polizei oder die Feuerwehr begleiten, dies hat jedoch nicht funktioniert.

Wir haben Transparente und Karton beschriftet. Am Morgen um 10.00 Uhr ging es dann los. Zuerst wurden die Kinder gruppiert. Es nahmen zirka 30 Strassenkinder an dem March teil. Wir begleiteten sie mit 15 Erwachsenen Leute. Die Kinder wurden so von allen Seiten von Erwachsenen begleitet, damit es auf der Strasse nicht gefährlich wurde.

Wir zogen los, die Kinder in der Mitte, die Transparente in der Höhe. Fally, vom Team Coeur en Or Senegal, hat mit den Kindern Lieder und Parolen gesungen. Es war ein sehr eindrückliches Erlebnis, mit dem Kindern und den Transparenten durch die Strassen von Saint Louis zu marschieren. Die Strassenteilnehmer nahmen Rücksicht, unsere Teammitarbeitende haben die Leitung des Verkehrs selbst übernommen. Bei der Polizeistation angekommen, haben wir die Kinder versammelt. Cheikh und Mamadou erklärten ihnen noch einmal, wieso wir genau heute auf die Strasse gehen und für was wir einstehen.

Anschliessend liefen wir alle zusammen zurück ins Center, um das bevorstehende Essen vorzubereiten. Ihr findet hier einige Bilder von diesem Start des Festivals Coeur en Or 2018. Die Lieder vom Marsch sind uns noch den ganzen Tag „nocheglofe“.

Kleiderverteilung an die Talibés

Die Kinder können es kaum erwarten. Sie haben ja bereits mitbekommen, dass wir grosse Taschen ins Center transportiert haben. Immer wieder kommen Einzelne; zeigen ihr schmutziges, oft zerrissene T-Shirt und Fragen nach einem Neuen. Dieser Anblick plus die liebe-und hoffnungsvollen Augen, verlangen einem viel ab um Nein zu sagen. Denn wenn wir dies so handhaben würden; müssten wir wohl mit einem Chaos rechnen. Sie sind nämlich einerseits stolz und andererseits solidarisch und verraten es weiter. Worauf eine ganze Mannschaft Jungs ankommt.

Also gehen wir so vor. Das Team sortiert vor. Shirt, Hosen und Schuhe dann nehmen wir immer nur 3 Jungs in den Raum und Kleiden sie ein. Schon dies ist anspruchsvoll. Denn so viele Kleider zu sehen, ist sichtlich eine Überforderung. Und Fussball Shirt sind und bleiben der absolute Renner. So können sie es nicht verstehen; wenn etwas nicht passt und wir es auswechseln wollen. Einerseits ist ihnen die Grösse so ziemlich egal und wohl spielt die Angst nichts anderes zu bekommen, wenn sie es wieder ausziehen. Daher ist z.B. eine Hose wieder vom „Kind“ wegzubringen oftmals fast ein Kraftakt. Und die Flinkheit der Jungs ist nicht zu unterschätzen. Da noch schnell ein Shirt „schnappen“ oder kaum umgedreht, stehen schon weitere Jungs im Raum. Arrêtez ist wohl ein Wort, das ich sehr häufig und wer mich kennt auch sehr bestimmt gesagt habe.

Wir sind sehr glücklich, konnten wir doch diesmal sehr vielen Kindern frische Kleider geben. Vor zwei Jahren als ich das erste Mal da war, sah dies noch ganz anders aus. Oft hatten wir wirklich gar nichts an Vorrat. Da mussten wir die schlimmsten Stofffetzen den Kindern wieder anziehen.

Erfreulich, es hat eine sehr grosse Veränderung stattgefunden. Das regelmässige Duschen der Jungs, das Kleider waschen (jeden Donnerstag) und ersetzten von ganz schlechter Kleidung hat hygienisch sehr viel gebracht. Zudem dürfen immer mehr Kinder mit Schuhen unterwegs sein. Somit gibt es deutlich weniger Fussverletzungen.

Dank Euch und Euren grosszügigen Spenden kann das Team vor Ort eine gewisse Kontinuität gewährleisten.

DANKE und herzliche Grüsse
Brigitte