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Jahresbericht 2019/2020

Wir stellen euch gerne unseren ersten offiziellen Jahresbericht vom Vereinsjahr 2019/2020 zur Verfügung. Er kann hier heruntergeladen werden.

Viel Spass bei der Lektüre und herzliche Grüsse vom Team Coeur en Or Schweiz

PS: Schaut euch Mal die Talibé-Kinder auf dem Beitragsbild an: Genau so wie wir sie kennen: Die einen …Lachen so süss, dass man sie am liebsten in die Arme nehmen würde
…Schauen sicher nie in die Kamera
… machen Seich mit den Kollegen
… machen irgend welche Zeichen mit den Händen
… müssen die Hosen halten, damit sie nicht herunter fallen
… was fällt euch noch auf?

Das Center gehört uns

Seit Januar 2016 haben wir unser Center im Quartier ISRA gemietet. Das Haus war ein Glücksfall. Der Standort ist ideal gelegen. Die Talibékinder haben nicht weit, es ist an keiner befahrenen Strasse und nebenan ist ein grosser Fussballplatz. Durch gute Kontakte von Cheikhs Vater konnten wir das Gebäude zu einem Vorzugspreis mieten. Einen Kauf hätte sich nicht gelohnt, da die Kaufkosten im Vergleich zu den Mietkosten zu hoch waren. Im September 2019 hat sich die Ausgangslage jedoch geändert.

Wir wurden mit der schwierigen Nachricht unterrichtet, dass unser Center nicht mehr länger vermietet wird und in nützlicher Frist verkauft wird. Bis jetzt hatten wir uns aus Privatspenden und Kleinprojekten in der Schweiz finanziert. Die Verkaufssumme übersteigt das jährliche Budget bei weitem.

Doch aufgeben und unser geliebtes Center weggeben war keine Option. So haben wir fleissig Stiftungen angeschrieben und freuen uns riesig, dass wir damit die Weiterführung unseres Projektes gesichert haben.

Cheikh und sein Vater konnten mit dem Besitzer ein Preis aushandeln und wir erhielten im Gegenzug das Verkaufsversprechen, dass er das Haus nicht weiterverkauft. Der Hauskauf war im Frühjahr 2020 geplant.

Ein wichtiger Termin war die Vorbereitung für den Hauskauf Ende Februar. An der Sitzung nahm der Verkäufer mit seinem Assistenten, zudem Cheikh, Elena und Cheikhs Bruder teil. Die Präsenz von Cheikhs Bruder war wichtig, da er sich gut mit dem Kauf von Gebäude auskennt. Es wurden die Zahlungskonditionen des Gebäudes diskutiert. Der Verkaufsvertrag wurde unterschrieben und die Papiere des Hauses wurden uns übergeben. Die Bezahlung konnten wir im Frühjahr 2020 überweisen. Es fehlte nur noch die Steuern des Gebäudes.

Es gab Verzögerungen bei den letzten Schritten beim Hauskauf wegen Corona. Der Bruder von Cheikh konnte einige Monate nicht mehr nach Saint-Louis reisen und auch sonst war alles etwas kompliziert geworden. Ab August haben wir vermehrt darauf gepocht, dass dies endlich erledigt wird, und Anfangs September konnten die letzten Schritte des Hauskaufes erledigen.

Somit ist es nun auch amtlich offiziell. Wir dürfen mit grosser Freude verkünden, dass der Verein Coeur en OR Suisse das bisherige Haus gekauft hat und nun offiziell eine Immobilie besitzt.

Unser Center ist wieder offen!

Seit ca. Mitte März mussten wir unser Center schliessen, weil der Staat Senegal keine Versammlungen zuliess. Jetzt hat sich das Blatt gewendet: Senegal hat die Corona-Massnahmen gelockert, dass Versammlungen wieder zugelassen sind, keine Ausgangssperren mehr vorhanden sind und auch kulturelle Anlässe wieder möglich sind. Juppiihh.

Wir haben die Wiedereröffnung mit einem grossen Zvieri am Freitag gefeiert. Seht euch die Erleichterung und Freude der Kinder und auch unserer Equipe an. Ohh, wie gerne wären wir dort dabei.

Ab nächster Woche kehren wir zurück zu unserem Standardprogramm: Am Montag, Dienstag und Mittwoch geht unser Team in die Daaras, am Donnerstag und Freitag ist das Center offen für zum Duschen und die Kleider waschen. Und auch die kreativen Aktivitäten sowie die Fussballtrainings beginnen wieder. Es kehrt wieder leben in unser Haus zurück.

Unser Haus? Unser Center? Genau. Wir haben im letzten Jahr verschiedene Stiftungen angeschrieben und konnten das Haus dem Vorbesitzer abkaufen. Wie dies alles zu Stande gekommen ist, lest ihr hier in den kommenden Tagen!

Die Frauen sind zurück

Uns in der Schweiz steht ein harter Herbst und Winter bevor. Die Corona-Fallzahlen steigen wieder, die Massnahmen werden wieder verschärft. Die zweite Welle ist da. Im Senegal sieht die Lage etwas besser aus. Die Fallzahlen sinken. Die Statistik von Google zeigt für den 27. Oktober im gesamten Land nur 14 Neuinfektionen an.

Für die Bevölkerung im Senegal sollte es ab November die ersehnten Lockerungen geben und auch bei uns im Center gibt es Hoffnung, dass wir bald wieder öffnen können. Als ersten Schritt haben wir die beiden Frauen Bee und Sokhna jeweils am Donnerstag und Freitag ins Center zurück geholt, damit sie den Männern bei den Vorbereitungen fürs Gouter helfen können. Seht selbst Anhand der Fotos wie gross die Wiedersehensfreude ist.

3 Jahre Coeur en Or Suisse

Am 12. September vor 3 Jahren haben wir zu Viert den Verein Coeur en Or Suisse gegründet. Wir möchten uns zu diesem Anlass ganz herzlich bedanken bei euch allen.

Bedanken…

  • für die vielen grosszügigen Spenden
  • für die spannenden Projekte in verschiedenen Gemeinden
  • für das Interesse am Verein und der Talibé-Problematik im Senegal
  • und für die vielen spannenden Begegnungen

Wir freuen uns auf das vierte Vereinsjahr und hoffen von ganzem Herzen, dass wir unser Center bald wieder öffnen können und unsere Freunde im Senegal wieder in die Arme schliessen können.

Corona Update

Wir melden uns wieder einmal mit den News aus dem Senegal. Wie geht es dem Projekt oder noch wichtiger, wie geht es den Kindern?
Die Situation ist und bleibt für alle schwierig. Das Center ist nach wie vor geschlossen. Das Versammlungsverbot im Senegal wurde nicht aufgehoben. Da wir im Center immer zahlreiche Kinder haben, stellt dies eine Gefahr dar. Ende Juni hofften wir auf eine Wiedereröffnung im August. Gerade das Gegenteil ist passiert, die Zahlen steigen und die Massnahmen wurden wieder verschärft.

Trotz strikter Maskenpflicht arbeitet die Hälfte unseres Teams. Da die Kinder nicht zu uns kommen können, gehen wir zu ihnen. Das Team ist von Montag bis Freitag in unseren 9 Daaras unterwegs. Von Montag bis Mittwoch werden die Kinder medizinisch versorgt und das allgemeine Wohlbefinden wird geprüft. Am Donnerstag und Freitag gibt es das gewohnte Zvieri. Wir teilen uns aber auf zwei Tage auf, damit wir alle Daaras abdecken können und alle Kinder vom Essen profitieren können. Wir hatten auch dieses Jahr den ersten Fall der «Krätze». Dies ist der Haut-Parasit, der höchst ansteckend ist. Dank der Betreuung durch unser Team konnte eine Weiteransteckung verhindert werden und der Kleine hat alles gut überstanden. Dies zeigt auch, wie wichtig die Arbeit ist.
Die andere Hälfte des Teams ist nach wie vor im Urlaub. Wir bezahlen Ihnen einen Anteil ihren Löhnen. Uns ist wichtig, dass sie trotz Corona am Ende Monat nicht mit leeren Händen dastehen. Die wirtschaftliche Situation im Senegal hat sich verschlechtert.

Wir bleiben dran und hoffen, dass wir die Türen von unserem geliebten Center möglichst bald wieder öffnen können. Bis dann geht es uns wie wahrscheinlich euch allen: geduldig sein und abwarten.

20. April – der nationale Tag der Talibé-Kinder im Senegal

Kennt ihr die Funktion der Fotoprogramme auf dem Natel „Heute vor einem Jahr“? Eine Galerie die täglich erstellt wird, und die Fotos die vor einem/vor zwei Jahren/vor x Jahren gemacht wurden, anzeigt. In der Zeit um den 20. April sind unsere Galerien voll mit wunderschönen Fotos von unseren Forum-Festivals. Die Festivals fanden fast immer am heutigen Tag statt, dem nationalen Tag der Talibé-Kinder. Das diesjährige Festival haben wir schon länger auf später verschoben, weil in ein paar wenigen Tagen der Fastenmonat Ramadan beginnt.

Wir schauen aktuell mit etwas Besorgnis in den Senegal. Es ist für uns extrem schwierig die Situation einzuschätzen. Wir fragen uns: Ist der Alltag für die Kinder anders geworden als sonst? Ist es einfach etwas schwieriger ans Essen zu kommen aber reicht die Solidarität der Bevölkerung noch für genügend Essen? Leiden die Jungs sogar regelmässig an Hunger? Wie wird sich die Gesamtsituation verändern mit dem Ramadan und dem Versammlungsverbot? Von unseren Team vor Ort bekommen wir die Informationen, dass die Jungs ab und zu Hunger haben. Aber diese Information aus der Ferne zu beurteilen ist schwierig.

Wir werden die Situation weiter beobachten und schauen, ob wir allenfalls mehrmals pro Woche für die Kids kochen werden. Bestimmt werden wir auch weiterhin Seife und Waschpulver verteilen. Dank der grosszügigen Spende der Sternsinger aus Triengen, könnten wir in diesem Bereich finanziell etwas herauffahren. Natürlich nehmen wir auch weiterhin private Spenden entgegen. Mit knapp 50 Franken können wir viele kleine Kindermägen etwas Füllen und ein Lachen auf ihr Gesicht zaubern.

In den letzten beiden Wochen sind unsere drei Herren Ameth, Babacar und Bundjol fast täglich in den Daraas unterwegs um die Kinder aufzuklären und zu sensibilisieren, sie verteilen etwas Seife und Waschpulver für die Kleider. Das wichtigste ist aber, dass sie Kontakt mit den Marabous (Lehrer) haben und die Situation in den Daraas kontrollieren können um bei Notfällen rasch einzugreifen. Unsere Frauen bleiben vorerst zu Hause in Quarantäne um sich selbst und die Grossfamilien zu schützen.

Jeweils am Freitag kochten die drei Herren mit einigen Helfern Mahlzeiten für drei respektive vier Daraas. In der ersten Woche haben sie einen Brei aus Mehl, Milch und Zucker und Vanillezucker gekocht. Diesen haben sie in Becher abgefüllt und den Jungs abgegeben. Diese Mahlzeit hat 33 000 CFA gekostet, was ca. 53 CHF entspricht. Hier einige Impressionen der Verteilaktion.

Am letzten Freitag haben sie 100 Baquettes, 160 Eier und Mayonnaise gekauft. Damit konnten sie über 400 Talibés eine Mahlzeit bieten. Sie haben die Brote mit den Eier gefüllt in Zeitungspapier gewickelt und so verteilt. Diese Mahlzeit hat 35000 CFA gekostet, was ca. 57 CHF entspricht. Auch hier einige Impressionen.

Wir sind im regelmässigem Austausch mit dem Team und der Familie von Cheikh und hoffen, dass die Solidarität im Fastenmonat für die Kinder wieder etwas grösser wird. Zudem schicken wir gerade heute, am Tag der Talibés, ganz viele Gedanken nach Senegal. Hoffen wir doch, dass wir nächstes Jahr um diese Zeit im Senegal sind und mit unseren Kids Spiele organisieren und ein riesiges Essen kochen!

Coronaschutzmassnahmen im Senegal – Vorübergehende Schliessung des Centers

Das Corona-Virus hat die Schweiz zur Zeit voll im Griff. Das Land ist im Lockdown, alles läuft langsamer, wir bleiben zu Hause und bleiben (physisch) auf Distanz. Wir waschen uns regelmässig und gründlich die Hände, wir Husten und Niesen in ein Taschentuch, wir melden uns per Telefon beim Arzt. So schützen wir uns. All das kennen wir. In diesem Beitrag möchten wir euch kurz aufklären, wie es im Senegal aussieht und welche Folgen das Corona-Virus auf unser Projekt hat.

Aktuelle Situation im Land
Gemäss einem Online-Beitrag von David Signer, ein NZZ-Journalist der in Dakar lebt, gibt es aktuell 119 Corona-Infektionen auf eine 15-Millionen-Bevölkerung (Stand vor einigen Tagen und mit einer grosser Dunkelziffer). Es gilt seit einigen Tagen eine Ausgangssperre ab 20.00 Uhr. Alle Schulen und viele Geschäfte sind geschlossen. Trotz dem Lockdown und dem Versammlungsverbot ist eine Ausbreitung des Virus im Senegal kaum aufzuhalten. Das Physische Distancing kann kaum überall eingehalten werden (Märkte, ÖV, Essen aus einer Schüssel, kleine Häuser und Zimmer). Auch die Händehygiene kann nicht so einfach umgesetzt werden wie in der Schweiz. Das marode Gesundheitssystem, sowie das generationsübergreifende Wohnen sind weitere Punkte, die für die Gesellschaft gefährlich werden. Der Beitrag von David Signer beschreibt einige dieser Faktoren eindrücklich. Hier der Link dazu.

Unser Center zu Coronazeiten
Wir haben unser Center vorletzte Woche geschlossen. Auf Grund der Schliessung der Schulen und wegen des Versammlungsverbots konnten wir es nicht mehr verantworten das Center offen zu halten. Auch die Trainings der Fussballteams mussten wir einstellen. Wir bedauern dies natürlich sehr, versuchen aber die Talibé-Kinder punktuell trotzdem noch zu unterstützen.

Wir möchten euch anhand einiger Beispiele aufzeigen, wie die Corona-Krise das sonst schon harte Leben der Talibé-Kinder noch weiter erschwert.

„Normales“ Talibé-Leben Erschwerte Bedingungen
Im normalen Talibé-Leben ist am Abend um 20.00 Uhr die Zeit um für das Nachtessen zu betteln. Sie treiben sich in den Strassen herum und versuchen Essen zu bekommen. Ab 20.00 Uhr ist eine Ausgangssperre verhängt. Es ist somit nicht möglich, das Nachtessen auf dem gewohnten Weg zu bekommen.
Wir erleben den Senegal als Land der offenen Türen. Die Türen zu den Häusern sind oft geöffnet, die Leute kommen und gehen in die Häuser – oft ohne anzuklopfen. Die Talibé-Kinder warten oft vor den Türen und bekommen dann die Essensresten (oder am Morgen den ungekochten Reis, welches sie ihren Marabous abgeben). Nun sind vermehrt die Türen geschlossen, die Bevölkerung lässt niemand mehr in die Häuser und ist weniger bereit das Essen mit den Talibé-Kindern zu teilen. Die Kinder bekommen somit noch weniger Essen.
Die Hygiene-Bedingungen in den Daraas sind prekär, obwohl eine gute Hygiene im Moment (überlebens)wichtig ist.
Ein physisches Distancing ist in Daraas unmöglich einzuhalten (in einem 3x3m Raum schlafen bis zu 20 Kinder)
Keine der Schutzmassnahmen, die wir in der Schweiz am Einhalten sind, kann in den Daraas eingehalten werden! Wird ein Talibé-Kind angesteckt, ist eine Ausbreitung im gesamten Daara kaum aufzuhalten.
Das Center ist normalerweise der Lichtblick für die Talibés. Die Talibés erhalten eine Mahlzeit pro Woche, können sich waschen, die Kleider waschen, spielen und basteln. Dies ist aktuell nicht möglich.

Unsere Aktivitäten in der Corona-Krise
Wir sind im Moment mit dem Team vor Ort am prüfen, wie wir die Kinder am besten unterstützen können. Sobald wir es aufgegleist haben, werden wir euch wieder informieren. Für uns ist es wichtig unser Team zu schützen, sowie auch die Weisungen der Regierung einzuhalten. Wir versuchen uns auch mit anderen Organisationen auszutauschen.

Letzte Woche war unser Team bei „unseren“ Daraas vor Ort. Wir haben den Marabous unsere Notfallnummer gegeben und versucht zu sensibilisieren. Hier einige Bilder dazu.

 

 

 

Die Trienger Sternsinger sammeln für Coeur en Or

Wir freuen uns riesig, dass die diesjährigen Sternsinger aus Triengen für unser Projekt Coeur en Or sammeln.

Bereits zum 12. Mal machen sich die Sternsinger aus Triengen am 8. und 9. Januar 2020 auf den Weg um den Segensspruch „20 * C + M + B + 20“ fürs neue Jahr zu überbringen. Neben dem Segenswunsch sammeln die Kinder der Klasse 5a und 5b für die Organisation Coeur en Or.

Was bedeutet dieser Segenswunsch?

Eine naheliegende Erklärung wäre natürlich diese Buchstaben den drei Königen Caspar, Melchior und Baltasar zuzuschreiben. Dem ist aber nicht so. Dieser Segensspruch geht auf die lateinische Sprache zurück „Christus Mansionem Benedicat“, was soviel heisst wie „Christus segne dieses Haus“. Der Stern verkündet die Menschwerdung Gottes und drei Kreuze weisen auf die Dreifaltigkeit Gottes „Vater, Sohn und Heiliger Geist“.

Drei Kinder sind als Könige verkleiden und gehen mit ihren Klassen von Haus zu Haus um ein Lied vorzutragen, und den Segensspruch mit gesegneter Kreide ans Haus zu malen oder einen gesegneten Kleber aufzukleben.

Einstimmung

Als Einstimmung, haben die Kinder den schönen Gottesdienst am Samstag, 4. Dezember gestaltet bei welchem das Opfergeld ebenfalls für die Organisation Coeur en Or gesammelt wurde. Zudem werden Elena und Cheikh die beiden Klassen am Montag in der Schule besuchen und das Projekt vorstellen. Wir freuen uns darauf und bedanken uns für das Engagement der Kirchgemeinde und der beiden Klassen 5a und 5b aus Triengen.

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