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News aus Senegal und Social-Media-Unterstützung gesucht…

So, ich melde mich aus der Babypause zurück. Es gibt immer vieles zu erzählen bei uns.

Zuerst zu der Lage im Senegal.
Senegal hatte im März einige politische Ausschreitungen von vor allem jungen Leuten gegen den Präsidenten. Aktuell ist es ruhig, wir hoffen das die Lage so bleibt. Unser Projekt war zum Glück nicht gross beeinträchtigt und wir konnten unsere Arbeit wie gewohnt durchführen.

Im Team läuft es gut. Mareme, die Schwester von Cheikh, konnte einen Abschluss in Soziologie an der Uni in Saint Louis machen. Sie macht dies Nebenberuflich. Babacar, unser Herzensbruder, schickt uns allen immer viele Fotos von der Arbeit mit den Kindern. Er arbeitet nach wie vor mit grosser Leidenschaft in unserem Projekt. Awa ist aus ihrer Babypause zurück und es freut uns, dass sie wieder im Projekt arbeitet. Sokhna wird unser Projekt leider verlassen, Ameth diskutiert über Folgelösungen.

Im Juli steht das alljährliche Opferfest Tabaski an. Für die Familien vor Ort ist das immer eine grosse finanzielle Herausforderung. Dank vielen grosszügigen Spenden konnten wir auch dieses Jahr dem Team einen Zustupf ausbezahlen, damit sie sich zu Hause beteiligen können. Zudem organisieren wir ein grosses Essen für die Kinder mit Fleisch. Bilder werden folgen…

Soweit zum Senegal.

Social Media in der Schweiz

Marion und ich sind riesig froh, dass Esther uns bei den administrativen Arbeiten unterstütz. Das gibt uns beiden auch Luft für andere Projekte. Wir machen vieles, haben viele Bilder, doch kommunizieren zu wenig. Deshalb suchen wir Unterstützung für Social Media. Kennst du eventuell jemanden? Wir suchen folgendes Profil:

– Erfahrung auf Facebook/Instagram/ evt. Snapchat und Tiktok

– Flair für Vermarktung

– Kreativ und unkompliziert

– gute Deutschkentnisse, Französisch von Vorteil

– Motiviert dich zirka 4-6 Stunden monatlich zu engagieren.

Es wäre toll, noch jemand zusätzliches im Boot zu haben. Wir machen ein Aufruf auf Instagram, Facebook und Whatsapp – der Beitrag darf dann gerne geteilt werden 🙂

Wir wünschen euch trotz Regen eine gute Zeit und bis bald!

Esther – Unser neues Mitglied im Vorstand

Hallo zusammen, darf ich mich vorstellen?

Mein Name ist Esther Wilhelm und ich bin ein bisschen über 50. Seit April 2021 bin ich neu im Vorstand von Coeur en Or. Ich bin verheiratet und habe zwei Mädchen.

Als Elena mich angefragt hatte, ob ich Lust und Zeit hätte, bei ihnen im Projekt für die Talibékinder mitzumachen, hatte ich grosse Freude und spürte eine gewisse Genugtuung. Ich bin seit meiner Kindheit an fasziniert vom Kontinent AFRIKA. So hatte ich in meinem Geografieordner in der Oberstufe die schönsten Zeichnungen und Bilder von diesem Kontinent gesammelt. Das ist eine völlig andere Kultur und auch die verschiedenen ethnischen Sprachen sind interessant. Eines meiner Lieblingshobbies ist das Kochen. So habe ich auch schon Mafé (Erdnusssauce mit Fleisch oder Fisch, Reis und Gemüse) gekocht. Auch die senegalesische Zwiebelsauce ist der Hit.

Der Kontakt mit Menschen ist für mich einfach und ich mag es gerne, wenn ich mit neuen Personen zusammentreffe. Mit meiner Familie reiste ich schon zwei Mal in den Senegal. Ich hatte sogar die Gelegenheit, zwei Mal im Center mitzuhelfen. Wir wurden dort vom ganzen Team sehr herzlich empfangen.

Ja, die Talibékinder liegen mir wirklich am Herzen.

Das Team im Senegal unterstützt die Kinder, indem sie ihnen zeigen:

  • Wie man seine Kleider wäscht
  • Die Kinder erhalten medizinische Hilfe
  • Sie erhalten 1x in der Woche ein gutes Essen
  • Sie dürfen basteln
  • Ab und zu gibt es ein «neues» T-Shirt oder eine ganze Hose
  • Sie putzen ihre Zähne dort
  • Sie dürfen einfach Kind sein

Kurz gesagt, das Team übernimmt eigentlich die Aufgaben einer Familie.

Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit mit Euch.

Alle Weissen haben eine Uhr,

aber sie haben nie die Zeit. 

(senegalesisches Sprichwort)

Lieber Gruss

Esther

Jahresbericht 2019/2020

Wir stellen euch gerne unseren ersten offiziellen Jahresbericht vom Vereinsjahr 2019/2020 zur Verfügung. Er kann hier heruntergeladen werden.

Viel Spass bei der Lektüre und herzliche Grüsse vom Team Coeur en Or Schweiz

PS: Schaut euch Mal die Talibé-Kinder auf dem Beitragsbild an: Genau so wie wir sie kennen: Die einen …Lachen so süss, dass man sie am liebsten in die Arme nehmen würde
…Schauen sicher nie in die Kamera
… machen Seich mit den Kollegen
… machen irgend welche Zeichen mit den Händen
… müssen die Hosen halten, damit sie nicht herunter fallen
… was fällt euch noch auf?

Das Center gehört uns

Seit Januar 2016 haben wir unser Center im Quartier ISRA gemietet. Das Haus war ein Glücksfall. Der Standort ist ideal gelegen. Die Talibékinder haben nicht weit, es ist an keiner befahrenen Strasse und nebenan ist ein grosser Fussballplatz. Durch gute Kontakte von Cheikhs Vater konnten wir das Gebäude zu einem Vorzugspreis mieten. Einen Kauf hätte sich nicht gelohnt, da die Kaufkosten im Vergleich zu den Mietkosten zu hoch waren. Im September 2019 hat sich die Ausgangslage jedoch geändert.

Wir wurden mit der schwierigen Nachricht unterrichtet, dass unser Center nicht mehr länger vermietet wird und in nützlicher Frist verkauft wird. Bis jetzt hatten wir uns aus Privatspenden und Kleinprojekten in der Schweiz finanziert. Die Verkaufssumme übersteigt das jährliche Budget bei weitem.

Doch aufgeben und unser geliebtes Center weggeben war keine Option. So haben wir fleissig Stiftungen angeschrieben und freuen uns riesig, dass wir damit die Weiterführung unseres Projektes gesichert haben.

Cheikh und sein Vater konnten mit dem Besitzer ein Preis aushandeln und wir erhielten im Gegenzug das Verkaufsversprechen, dass er das Haus nicht weiterverkauft. Der Hauskauf war im Frühjahr 2020 geplant.

Ein wichtiger Termin war die Vorbereitung für den Hauskauf Ende Februar. An der Sitzung nahm der Verkäufer mit seinem Assistenten, zudem Cheikh, Elena und Cheikhs Bruder teil. Die Präsenz von Cheikhs Bruder war wichtig, da er sich gut mit dem Kauf von Gebäude auskennt. Es wurden die Zahlungskonditionen des Gebäudes diskutiert. Der Verkaufsvertrag wurde unterschrieben und die Papiere des Hauses wurden uns übergeben. Die Bezahlung konnten wir im Frühjahr 2020 überweisen. Es fehlte nur noch die Steuern des Gebäudes.

Es gab Verzögerungen bei den letzten Schritten beim Hauskauf wegen Corona. Der Bruder von Cheikh konnte einige Monate nicht mehr nach Saint-Louis reisen und auch sonst war alles etwas kompliziert geworden. Ab August haben wir vermehrt darauf gepocht, dass dies endlich erledigt wird, und Anfangs September konnten die letzten Schritte des Hauskaufes erledigen.

Somit ist es nun auch amtlich offiziell. Wir dürfen mit grosser Freude verkünden, dass der Verein Coeur en OR Suisse das bisherige Haus gekauft hat und nun offiziell eine Immobilie besitzt.

Unser Center ist wieder offen!

Seit ca. Mitte März mussten wir unser Center schliessen, weil der Staat Senegal keine Versammlungen zuliess. Jetzt hat sich das Blatt gewendet: Senegal hat die Corona-Massnahmen gelockert, dass Versammlungen wieder zugelassen sind, keine Ausgangssperren mehr vorhanden sind und auch kulturelle Anlässe wieder möglich sind. Juppiihh.

Wir haben die Wiedereröffnung mit einem grossen Zvieri am Freitag gefeiert. Seht euch die Erleichterung und Freude der Kinder und auch unserer Equipe an. Ohh, wie gerne wären wir dort dabei.

Ab nächster Woche kehren wir zurück zu unserem Standardprogramm: Am Montag, Dienstag und Mittwoch geht unser Team in die Daaras, am Donnerstag und Freitag ist das Center offen für zum Duschen und die Kleider waschen. Und auch die kreativen Aktivitäten sowie die Fussballtrainings beginnen wieder. Es kehrt wieder leben in unser Haus zurück.

Unser Haus? Unser Center? Genau. Wir haben im letzten Jahr verschiedene Stiftungen angeschrieben und konnten das Haus dem Vorbesitzer abkaufen. Wie dies alles zu Stande gekommen ist, lest ihr hier in den kommenden Tagen!

Die Frauen sind zurück

Uns in der Schweiz steht ein harter Herbst und Winter bevor. Die Corona-Fallzahlen steigen wieder, die Massnahmen werden wieder verschärft. Die zweite Welle ist da. Im Senegal sieht die Lage etwas besser aus. Die Fallzahlen sinken. Die Statistik von Google zeigt für den 27. Oktober im gesamten Land nur 14 Neuinfektionen an.

Für die Bevölkerung im Senegal sollte es ab November die ersehnten Lockerungen geben und auch bei uns im Center gibt es Hoffnung, dass wir bald wieder öffnen können. Als ersten Schritt haben wir die beiden Frauen Bee und Sokhna jeweils am Donnerstag und Freitag ins Center zurück geholt, damit sie den Männern bei den Vorbereitungen fürs Gouter helfen können. Seht selbst Anhand der Fotos wie gross die Wiedersehensfreude ist.

3 Jahre Coeur en Or Suisse

Am 12. September vor 3 Jahren haben wir zu Viert den Verein Coeur en Or Suisse gegründet. Wir möchten uns zu diesem Anlass ganz herzlich bedanken bei euch allen.

Bedanken…

  • für die vielen grosszügigen Spenden
  • für die spannenden Projekte in verschiedenen Gemeinden
  • für das Interesse am Verein und der Talibé-Problematik im Senegal
  • und für die vielen spannenden Begegnungen

Wir freuen uns auf das vierte Vereinsjahr und hoffen von ganzem Herzen, dass wir unser Center bald wieder öffnen können und unsere Freunde im Senegal wieder in die Arme schliessen können.

Corona Update

Wir melden uns wieder einmal mit den News aus dem Senegal. Wie geht es dem Projekt oder noch wichtiger, wie geht es den Kindern?
Die Situation ist und bleibt für alle schwierig. Das Center ist nach wie vor geschlossen. Das Versammlungsverbot im Senegal wurde nicht aufgehoben. Da wir im Center immer zahlreiche Kinder haben, stellt dies eine Gefahr dar. Ende Juni hofften wir auf eine Wiedereröffnung im August. Gerade das Gegenteil ist passiert, die Zahlen steigen und die Massnahmen wurden wieder verschärft.

Trotz strikter Maskenpflicht arbeitet die Hälfte unseres Teams. Da die Kinder nicht zu uns kommen können, gehen wir zu ihnen. Das Team ist von Montag bis Freitag in unseren 9 Daaras unterwegs. Von Montag bis Mittwoch werden die Kinder medizinisch versorgt und das allgemeine Wohlbefinden wird geprüft. Am Donnerstag und Freitag gibt es das gewohnte Zvieri. Wir teilen uns aber auf zwei Tage auf, damit wir alle Daaras abdecken können und alle Kinder vom Essen profitieren können. Wir hatten auch dieses Jahr den ersten Fall der «Krätze». Dies ist der Haut-Parasit, der höchst ansteckend ist. Dank der Betreuung durch unser Team konnte eine Weiteransteckung verhindert werden und der Kleine hat alles gut überstanden. Dies zeigt auch, wie wichtig die Arbeit ist.
Die andere Hälfte des Teams ist nach wie vor im Urlaub. Wir bezahlen Ihnen einen Anteil ihren Löhnen. Uns ist wichtig, dass sie trotz Corona am Ende Monat nicht mit leeren Händen dastehen. Die wirtschaftliche Situation im Senegal hat sich verschlechtert.

Wir bleiben dran und hoffen, dass wir die Türen von unserem geliebten Center möglichst bald wieder öffnen können. Bis dann geht es uns wie wahrscheinlich euch allen: geduldig sein und abwarten.

20. April – der nationale Tag der Talibé-Kinder im Senegal

Kennt ihr die Funktion der Fotoprogramme auf dem Natel „Heute vor einem Jahr“? Eine Galerie die täglich erstellt wird, und die Fotos die vor einem/vor zwei Jahren/vor x Jahren gemacht wurden, anzeigt. In der Zeit um den 20. April sind unsere Galerien voll mit wunderschönen Fotos von unseren Forum-Festivals. Die Festivals fanden fast immer am heutigen Tag statt, dem nationalen Tag der Talibé-Kinder. Das diesjährige Festival haben wir schon länger auf später verschoben, weil in ein paar wenigen Tagen der Fastenmonat Ramadan beginnt.

Wir schauen aktuell mit etwas Besorgnis in den Senegal. Es ist für uns extrem schwierig die Situation einzuschätzen. Wir fragen uns: Ist der Alltag für die Kinder anders geworden als sonst? Ist es einfach etwas schwieriger ans Essen zu kommen aber reicht die Solidarität der Bevölkerung noch für genügend Essen? Leiden die Jungs sogar regelmässig an Hunger? Wie wird sich die Gesamtsituation verändern mit dem Ramadan und dem Versammlungsverbot? Von unseren Team vor Ort bekommen wir die Informationen, dass die Jungs ab und zu Hunger haben. Aber diese Information aus der Ferne zu beurteilen ist schwierig.

Wir werden die Situation weiter beobachten und schauen, ob wir allenfalls mehrmals pro Woche für die Kids kochen werden. Bestimmt werden wir auch weiterhin Seife und Waschpulver verteilen. Dank der grosszügigen Spende der Sternsinger aus Triengen, könnten wir in diesem Bereich finanziell etwas herauffahren. Natürlich nehmen wir auch weiterhin private Spenden entgegen. Mit knapp 50 Franken können wir viele kleine Kindermägen etwas Füllen und ein Lachen auf ihr Gesicht zaubern.

In den letzten beiden Wochen sind unsere drei Herren Ameth, Babacar und Bundjol fast täglich in den Daraas unterwegs um die Kinder aufzuklären und zu sensibilisieren, sie verteilen etwas Seife und Waschpulver für die Kleider. Das wichtigste ist aber, dass sie Kontakt mit den Marabous (Lehrer) haben und die Situation in den Daraas kontrollieren können um bei Notfällen rasch einzugreifen. Unsere Frauen bleiben vorerst zu Hause in Quarantäne um sich selbst und die Grossfamilien zu schützen.

Jeweils am Freitag kochten die drei Herren mit einigen Helfern Mahlzeiten für drei respektive vier Daraas. In der ersten Woche haben sie einen Brei aus Mehl, Milch und Zucker und Vanillezucker gekocht. Diesen haben sie in Becher abgefüllt und den Jungs abgegeben. Diese Mahlzeit hat 33 000 CFA gekostet, was ca. 53 CHF entspricht. Hier einige Impressionen der Verteilaktion.

Am letzten Freitag haben sie 100 Baquettes, 160 Eier und Mayonnaise gekauft. Damit konnten sie über 400 Talibés eine Mahlzeit bieten. Sie haben die Brote mit den Eier gefüllt in Zeitungspapier gewickelt und so verteilt. Diese Mahlzeit hat 35000 CFA gekostet, was ca. 57 CHF entspricht. Auch hier einige Impressionen.

Wir sind im regelmässigem Austausch mit dem Team und der Familie von Cheikh und hoffen, dass die Solidarität im Fastenmonat für die Kinder wieder etwas grösser wird. Zudem schicken wir gerade heute, am Tag der Talibés, ganz viele Gedanken nach Senegal. Hoffen wir doch, dass wir nächstes Jahr um diese Zeit im Senegal sind und mit unseren Kids Spiele organisieren und ein riesiges Essen kochen!