Blog

Coronaschutzmassnahmen im Senegal – Vorübergehende Schliessung des Centers

Das Corona-Virus hat die Schweiz zur Zeit voll im Griff. Das Land ist im Lockdown, alles läuft langsamer, wir bleiben zu Hause und bleiben (physisch) auf Distanz. Wir waschen uns regelmässig und gründlich die Hände, wir Husten und Niesen in ein Taschentuch, wir melden uns per Telefon beim Arzt. So schützen wir uns. All das kennen wir. In diesem Beitrag möchten wir euch kurz aufklären, wie es im Senegal aussieht und welche Folgen das Corona-Virus auf unser Projekt hat.

Aktuelle Situation im Land
Gemäss einem Online-Beitrag von David Signer, ein NZZ-Journalist der in Dakar lebt, gibt es aktuell 119 Corona-Infektionen auf eine 15-Millionen-Bevölkerung (Stand vor einigen Tagen und mit einer grosser Dunkelziffer). Es gilt seit einigen Tagen eine Ausgangssperre ab 20.00 Uhr. Alle Schulen und viele Geschäfte sind geschlossen. Trotz dem Lockdown und dem Versammlungsverbot ist eine Ausbreitung des Virus im Senegal kaum aufzuhalten. Das Physische Distancing kann kaum überall eingehalten werden (Märkte, ÖV, Essen aus einer Schüssel, kleine Häuser und Zimmer). Auch die Händehygiene kann nicht so einfach umgesetzt werden wie in der Schweiz. Das marode Gesundheitssystem, sowie das generationsübergreifende Wohnen sind weitere Punkte, die für die Gesellschaft gefährlich werden. Der Beitrag von David Signer beschreibt einige dieser Faktoren eindrücklich. Hier der Link dazu.

Unser Center zu Coronazeiten
Wir haben unser Center vorletzte Woche geschlossen. Auf Grund der Schliessung der Schulen und wegen des Versammlungsverbots konnten wir es nicht mehr verantworten das Center offen zu halten. Auch die Trainings der Fussballteams mussten wir einstellen. Wir bedauern dies natürlich sehr, versuchen aber die Talibé-Kinder punktuell trotzdem noch zu unterstützen.

Wir möchten euch anhand einiger Beispiele aufzeigen, wie die Corona-Krise das sonst schon harte Leben der Talibé-Kinder noch weiter erschwert.

„Normales“ Talibé-Leben Erschwerte Bedingungen
Im normalen Talibé-Leben ist am Abend um 20.00 Uhr die Zeit um für das Nachtessen zu betteln. Sie treiben sich in den Strassen herum und versuchen Essen zu bekommen. Ab 20.00 Uhr ist eine Ausgangssperre verhängt. Es ist somit nicht möglich, das Nachtessen auf dem gewohnten Weg zu bekommen.
Wir erleben den Senegal als Land der offenen Türen. Die Türen zu den Häusern sind oft geöffnet, die Leute kommen und gehen in die Häuser – oft ohne anzuklopfen. Die Talibé-Kinder warten oft vor den Türen und bekommen dann die Essensresten (oder am Morgen den ungekochten Reis, welches sie ihren Marabous abgeben). Nun sind vermehrt die Türen geschlossen, die Bevölkerung lässt niemand mehr in die Häuser und ist weniger bereit das Essen mit den Talibé-Kindern zu teilen. Die Kinder bekommen somit noch weniger Essen.
Die Hygiene-Bedingungen in den Daraas sind prekär, obwohl eine gute Hygiene im Moment (überlebens)wichtig ist.
Ein physisches Distancing ist in Daraas unmöglich einzuhalten (in einem 3x3m Raum schlafen bis zu 20 Kinder)
Keine der Schutzmassnahmen, die wir in der Schweiz am Einhalten sind, kann in den Daraas eingehalten werden! Wird ein Talibé-Kind angesteckt, ist eine Ausbreitung im gesamten Daara kaum aufzuhalten.
Das Center ist normalerweise der Lichtblick für die Talibés. Die Talibés erhalten eine Mahlzeit pro Woche, können sich waschen, die Kleider waschen, spielen und basteln. Dies ist aktuell nicht möglich.

Unsere Aktivitäten in der Corona-Krise
Wir sind im Moment mit dem Team vor Ort am prüfen, wie wir die Kinder am besten unterstützen können. Sobald wir es aufgegleist haben, werden wir euch wieder informieren. Für uns ist es wichtig unser Team zu schützen, sowie auch die Weisungen der Regierung einzuhalten. Wir versuchen uns auch mit anderen Organisationen auszutauschen.

Letzte Woche war unser Team bei „unseren“ Daraas vor Ort. Wir haben den Marabous unsere Notfallnummer gegeben und versucht zu sensibilisieren. Hier einige Bilder dazu.

 

 

 

Die Trienger Sternsinger sammeln für Coeur en Or

Wir freuen uns riesig, dass die diesjährigen Sternsinger aus Triengen für unser Projekt Coeur en Or sammeln.

Bereits zum 12. Mal machen sich die Sternsinger aus Triengen am 8. und 9. Januar 2020 auf den Weg um den Segensspruch „20 * C + M + B + 20“ fürs neue Jahr zu überbringen. Neben dem Segenswunsch sammeln die Kinder der Klasse 5a und 5b für die Organisation Coeur en Or.

Was bedeutet dieser Segenswunsch?

Eine naheliegende Erklärung wäre natürlich diese Buchstaben den drei Königen Caspar, Melchior und Baltasar zuzuschreiben. Dem ist aber nicht so. Dieser Segensspruch geht auf die lateinische Sprache zurück „Christus Mansionem Benedicat“, was soviel heisst wie „Christus segne dieses Haus“. Der Stern verkündet die Menschwerdung Gottes und drei Kreuze weisen auf die Dreifaltigkeit Gottes „Vater, Sohn und Heiliger Geist“.

Drei Kinder sind als Könige verkleiden und gehen mit ihren Klassen von Haus zu Haus um ein Lied vorzutragen, und den Segensspruch mit gesegneter Kreide ans Haus zu malen oder einen gesegneten Kleber aufzukleben.

Einstimmung

Als Einstimmung, haben die Kinder den schönen Gottesdienst am Samstag, 4. Dezember gestaltet bei welchem das Opfergeld ebenfalls für die Organisation Coeur en Or gesammelt wurde. Zudem werden Elena und Cheikh die beiden Klassen am Montag in der Schule besuchen und das Projekt vorstellen. Wir freuen uns darauf und bedanken uns für das Engagement der Kirchgemeinde und der beiden Klassen 5a und 5b aus Triengen.

IMG_20191228_165421.jpg

2019 – ein kleiner Rückblick

Das Jahr 2019 ist jetzt passé. Wir möchten in diesem Blogbeitrag kurz darauf zurückblicken.

Das Jahr 2019 in der Schweiz

Das Jahr 2019 stand ganz im Zeichen unserer Privaten Projekten und Ausbildungen. Marion und Elena kämpften sich erfolgreich durch grosse und viele kleinere Arbeiten und Prüfungen und Cheikh gründete zusammen mit Elena ein eigenes Musik-Label und produzierte sein erstes Album zusammen mit Ndary Diouf, ein Sänger aus Saint Louis, der praktisch seit Anfang auch an unseren Musik-Festival spielte (Schaut doch auf seinem Youtube-Kanal die gelungen Videoclips zu den beiden Singles Khabane und Gudi an).

Wir waren uns bewusst, dass wir unsere Projektaktivitäten etwas zurückstecken müssen, damit der ganze Rest zu bewältigen war. Dies war vor allem auch möglich, da wir noch etwas Reserve vom Vorjahr hatten und den Betrieb des Centers so problemlos aufrecht halten konnten. Trotzdem konnten wir einige Projekte erfolgreich durchführen

  • Wir haben die Anerkennung als Gemeinnützigen Verein des Kantons Luzern erhalten. Somit können ab jetzt die Spenden an den Steuern abgezogen werden (Blogbeitrag)
  • Wir haben das Mückennetzprojekt initialisiert und umgesetzt. Dies soll für die Jungs einen Schutz gegen die Malaria-Mücken geben während sie schlafen (Blogbeitrag 1 und 2).
  • Wir haben einige Stiftungen in der Schweiz angeschrieben für ein grosses Projekt im Jahr 2020. Mehr dazu erfährt ihr im ersten Blog im neuen Jahr!
  • Wir beobachten mit grosser Freude, wie wöchentlich sehr gute Arbeit im Center geleistet wird, wie die Kinder lachen und wie unsere Equipe Spass bei der Arbeit hat. Das macht uns sehr froh und motiviert uns, auch im nächsten Jahr wieder Vollgas zu geben.

Es ist uns aber auch bewusst geworden, dass wir aktiv bleiben müssen, damit wir das Projekt im gewohnten Umfang weiterführen können. Dies ist das grosse Ziel für das nächste Jahr.

Das Jahr 2019 im Senegal

FARBENFROH das ist das Wort des Jahres 2019. Unser Team mit dem Direktor Ameth haben unser vorher etwas nüchterne Center mit vielen Dekorationen zu einem farbenfrohen „Paradies“ verwandelt. Seht das untere Video an!

Ohne Initiative aus der Schweiz wurden neue Spiele eingeführt, die morgige Putzrunde wird nun mit viel Musik durchgeführt, die Pflege in den Daras ist optimiert worden und es wird viel mehr Gelacht im Center. Wir sind begeistert und sehr zufrieden mit der Arbeit unserer Equipe Senegal!

Wie viel Selbstinitiative das Team Senegal zeigt hat uns gestern wieder einmal überrascht. Auf dem Facebook-Account unseres FC Coeur en Or hat unser Trainer Fotos gepostet von einer grosse Aufräumaktion der Teams um den Rand des Fussballfeldes vom Abfall zu befreien! Schaut die Vorher/Nachher-Bilder an. Wir sind einmal mehr überrascht und begeistert!

Zudem konnte letzen Freitag dank euren Spenden wieder ein grösseres Essen organisiert werden. Auch hier sprechen die Bilder für sich.

Wir bedanken euch ganz herzlich fürs Mitlesen unserer Blogbeiträge, für euer Interesse, für eure Spenden und die Unterstützung (auch bei unseren anderen Projekten). Wir wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Das neue Jahr wird mit einem grossen Projekt in der Schweiz beginnen und mit einem Blogbeitrag mit dem Ausblick aufs neue Jahr! Wir freuen uns daruf!

Herzliche Grüsse
Elena, Cheikh und Marion

Anerkennung als gemeinnützige Institution/Steuerbefreiung von Spenden

Nach vielen Informationen aus Senegal wieder einmal News des Vereins in der Schweiz. Seit November 2019 erfüllt der Verein Coeur en Or Suisse offiziell die Voraussetzungen eines von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreiten gemeinnützigen Institution im Kanton Luzern.

Zuwendungen von euch an uns, welche nach dem 1. Januar 2019 gemacht wurden, dürfen offiziell von den Einkommen bzw. Gewinnsteuer im Kanton Luzern abgezogen werden. Wir werden euch im Januar 2020 eine Bescheinigung dazu verschicken.

2019-12-18 16_10_12-Steuerbefreiung_Kt_Luzern.pdf - Adobe Acrobat Reader DC

Vielleicht sind diese Informationen für euch einen Grund für eine Spende im Dezember. Wie schon im letzten Blogbeitrag beschrieben, haben wir einige kleine Projekte, die wir gerne noch umsetzen möchten im Dezember oder in den ersten Monaten des neuen Jahres. Hier noch einmal der Ausschnitt dazu…

Der Regen hat im Innenhof einige Boden-Plättli zerstört. Es herrscht eine Verletzungsgefahr für die Kinder Zirka 250 Franken
Die Bassins für das Waschen der Kleider sind nicht mehr gut. Sie müssen erneuert und aufgestockt werden. Zirka 100 Franken
Gerne möchten wir auch diese Weihnachten ein grösseres Essen organisieren. Seit einigen Jahren machen wir jeweils «Noel pour tous» – Weihnachten für alle. Dieses Jahr sind Fleischsandwiches angedacht. Zirka 450 Franken
Für die Essen am Freitag haben wir fast keine wiederverwendbare Plastikbecher mehr. Gerne möchten wir wieder einen Stock von zirka 150 Becher haben. Zirka 150 Franken

Nun wünschen wir euch frohe letzte Adventstage und geruhsame Weihnachtstage. Ein riesiges Danke an euch alle für den langjährigen Support! Auf ein tolles, unvergessliches 2020!

Marion, Elena & Cheikh

Aktuelles im Center

Dieses Jahr hatte ich (Elena) das grosse Glück, drei Mal in den Senegal zu reisen. Aufgrund des Musikprojektes und des Geburtstagsfestes von Cheikh, war ich die letzten 10 Tage in Saint Louis. Seit gestern zurück, die Erinnerungen noch ganz frisch.

Stimmung im Center
Was ich als erstes erwähnen möchte ist unser Team im Senegal. Wir haben nun sechs sehr dynamische und motivierte Mitarbeiter. Seit das Center im 2016 eröffnet wurde, war die Stimmung im Team noch nie so gut. Ameth, der Direktor, gibt sich dabei grosse Mühe. Neu gibt es Böxli mit Musik, um beim putzen bestens unterhalten zu sein. Grautlation an Ameth für das Formen einer so dynamischer „Equipe“!

Samba!!
Samba, einer unser Talibe war seit zwei Jahren nicht mehr auffindbar. Es wurde gesagt, er sei nach Hause zurück gekehrt, da er auf der Strasse Probleme machte. Man muss wissen, dass Samba immer eines der auffälligsten Kinder war. Vergessen habe ich ihn nie und an der Erklärung gezweifelt jedoch oft. Und plötzlich stand er am Dienstag im Center vor mir. Er ist soooo gross geworden. Das Wiedersehen war sehr sehr schön und die Erleichterung riesig! Wo er war, das weiss man nicht so genau. Aber er sieht gepflegt und fröhlich aus. Welcome back Samba!

Spielnachmittag
Am Donnerstag Nachmittag ist Spieltag. Im Center war so richtig etwas los. Im Innenhof waren die Kids am waschen. Im Aufenthaltsraum wurde fleissig gemalt und gebastelt. Zudem hat unser Freiwillige Stephano mit den Kids Papierflieger gebastelt. Ich habe mich draussen hingesetzt und den Kids beim spielen zugesehen und diesen Moment einfach richtig genossen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gelassen und glücklich sie wirken. Im Gang im Center wurde eine Kegelbahn improvisiert. Auch da ging es laut zu und her. Es wurde gespielt, diskutiert, angefeuert und gejubelt. Zudem habe ich ein „Tischbasketball“ mitgenommen. Es war bei den Kindern der Hit. Die Frage ist nur, wie schnell es kabutt gehen wird… Am späteren Nachmittag organisierte das Team einen kleinen Tanzkontest. Jeweils drei Kinder tanzten, anschliessend entschied das Publikum, wer es bis ins Finale schafft. Unsere gute Freundin Zoe aus Belgien hat Biskuits für alle gekauft, das Team und die Kids waren happy.

Zustand des Center
Was mich jedoch ein bisschen beunruigt, ist der Zustand des Centers. Diesen Monat mussten wir bei unseren sanitären Anlagen dringend Reperaturen machen. Dies ist nicht ganz günstig. Es gibt aber noch andere Sachen, die im Dezember oder spätestens Januar anstehen. Hier einige Punkte:

Der Regen hat im Innenhof einige Boden-Plättli zerstört. Es herrscht eine Verletzungsgefahr für die Kinder Zirka 250 Franken
Die Bassins für das Waschen der Kleider sind nicht mehr gut. Sie müssen erneuert und aufgestockt werden. Zirka 100 Franken
Gerne möchten wir auch diese Weihnachten ein grösseres Essen organisieren. Seit einigen Jahren machen wir jeweils «Noel pour tous» – Weihnachten für alle. Dieses Jahr sind Fleischsandwiches angedacht. Zirka 450 Franken
Für die Essen am Freitag haben wir fast keine wiederverwendbare Plastikbecher mehr. Gerne möchten wir wieder einen Stock von zirka 150 Becher haben. Zirka 150 Franken

Leider stehen noch weitere Reperaturen an, dies sind aktuell die wichtigsten. Wir würden uns über eine Unterstützung sehr freuen.

So jetzt bin ich genug lang geworden. Bald schon werden wir euch über die kommende Projekte im nächsten Jahr informieren. Wir wünschen euch eine wundervolle Adventszeit  und auf ganz bald.

Das sind die Männer unseres Team Senegal

In den kommenden Blogbeiträgen möchten wir euch unser Team Senegal vorstellen. Sie arbeiten alle von Montag bis Freitag jeweils am Morgen und Nachmittag im Center. Die Arbeit beginnt am Morgen um 9.00 Uhr bis um 12.00 und am Nachmittag von 16.00 bis 18.00 Uhr. Aktuell umfasst das Team Senegal sechs Personen. Heute stellen wir euch unsere drei Männer vor!

Ameth Fall (27)

Ameth
Ameth ist seit dem Juli 2018 Direktor des Centers Coeur en Or. Ameth hat den Bachelor in Soziologie abgeschlossen und verfügt über Diplome in Projektmanagement und Marketing. Neben der operativen Führung ist er zuständig für die Buchhaltung und die Administration vor Ort. Seine Aufgaben:
– Ausführen der Aufgaben und Führung des Teams
– Einsetzen der finanziellen Mittel mit entsprechender Rapportierung
– Austausch mit dem Verein Coeur en Or Suisse
– Verantwortlich für die Freiwilligen
– Administration

Bundiol Ka (26)
Bundiol

Bundiol ist seit 2016 im Projekt. Er ist ein ehemaliges Strassenkind. Seine Leidenschaft und sein Talent sind es, Fussballcoach zu sein. Er trainiert die drei Mannschaften, die sich aus Talibé-Kindern und Quartierkindern zusammensetzen.
Bundiol wohnt weit weg von seinen Eltern und schlägt sich allein durch. Um die Sicherheit im Center zu gewährleisten, ist er gleichzeitig der Wachmeister in der Nacht. Er hat sein Zimmer im Center. Seine Aufgaben:
– Vorbereiten und Durchführen der Trainings
– Organisation der Turniere
– Verantwortlich für die Sicherheit in der Nacht.

Babacar Nguer (19)

Babacar

Babacar arbeitet seit Herbst 2016 als Allrounder im Center. Bereits als 10-Jähriger half er in seiner Freizeit in einem anderen Center mit. Heute, fast 10 Jahre später, ist er ein zuverlässiger Betreuer mit viel Erfahrung und Herzblut. Babacar ist in schwierigen familiären Verhältnissen aufgewachsen. Er wohnt im ärmsten Quartier von Saint-Louis.
Seine Aufgaben:
– Organisation von Aktivitäten drinnen und draussen
– Mithilfe bei der medizinischen Pflege

Mein Freiwilligen-Einsatz im Senegal

Gina Erni hat in diesem Sommer einen monatigen Einsatz in unserem Center absolviert. Zu ihrem Einsatz hat sie uns ihre Eindrücke geschildert und einige Bilder zur Verfügung gestellt. Viel Vergnügen beim Lesen!

Meine Reise nach Senegal war für mich eine aussergewöhnliche und prägende Erfahrung. Ich habe sehr viel gesehen, gelernt und erlebt. Die Leute, die ich kennenlernen durfte, haben mich alle mit offenen Armen empfangen und sich stets um mein Wohlbefinden gekümmert. Die Arbeit mit den Talibés war für mich zum Teil sehr herausfordernd. Insbesondere das verarzten der Wunden hat mich an meine Grenzen gebracht. Das Team Coeur en Or hat mich gut unterstützt und begleitet. Schön zu sehen war, wie lebensfroh die Kinder sind, obwohl sie es nicht immer einfach haben. Es tat gut, zu wissen, dass ich etwas zu ihrem Wohl beitragen kann. Man lernt vieles über eine andere Kultur, Religion und Sprache. Mein Abenteuer hat mich in vieler Hinsicht bereichert. Ich habe wieder schätzen gelernt, wie gut es uns geht und was wirklich essentiell für ein glückliches Leben ist. Hier sind meine Lieblings-Fotos.

 

Danke Schatzcheschte

Seit über drei Jahren dürfen wir jeweils beim Jahreszeitenwechsel in der Schweiz von der Schatzcheschte in Dagmersellen Kinderkleider abholen und diese in den Senegal bringen. Mit diesem Blogbeitrag möchten wir euch noch einmal Danke sagen!
Die Schatzcheschte in Dagmersellen ist eine Kinderkleiderbörse, welche Secondhand-Kleider und andere nützliche Accesoirs für Kinder zu einem guten Preis den Leuten anbieten. Jeweils beim Saisonwechsel sortiert das Team Kleider aus und wir dürfen immer einige grosse Säcke mit brauchbaren Tshirts, Hosen und Schuhe für unsere Talibé-Kinder im Senegal mitnehmen.

Als Dankeschön haben unsere Talibé-Kinder mit dem Team vor Ort ein kleines Dankeschön gemalt. Dieses konnten wir beim letzten Saisonwechsel dem Schatzcheschte-Team überbringen. Zu unserer Freude hängt dieses jetzt in der Spielecke der Kinderkleiderbörse.

Ein wenig getrübt wird unsere Freude wegen den Airlines. Diese haben seit diesem Jahr ihre Gepäckbestimmungen geändert. Bisher durften alle Senegal-Reisenden jeweils zwei Gepäckstücke à 23kg mitnehmen. Dies gab uns Möglichkeiten jeweils ein Koffer mit Material fürs Center mitzunehmen. Seit diesem Jahr wurde das 2. Gepäckstück gestrichen, diese Kilos fehlen uns im Moment leider. Deshalb stauen sich im Moment viele Kleidern, Bälle und bald wieder medizinisches Material bei uns Zuhause. Wie Schade, wenn man sieht, wie optimal das aussortierte Waren in Afrika gebraucht werden können.
Schaut doch Mal bei der Webseite und Facebookseite der Schatzcheschte vorbei!

 

 

Projekt Mückennetz – Umsetzung

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Esther für die Erstellung des Berichts und Nadine für die schönen Föteli. Und natürlich an Bruno, Sili, Mirjam und Gina für die Unterstützung dieses Projekts! Viel Spass beim Lesen!

Nach einem sehr guten Frühstück mit Parisettebrot und Schokoladen-aufstrich fühlen wir uns gestärkt für den Tag. Anfangs August dieses Jahres, vormittags macht sich unsere siebenköpfige Gruppe ins Center auf. Schon auf dem Weg dorthin winken uns die Talibékinder zu und rufen «Elena,Elena». Einige kommen gerade mit uns mit. Da wir nicht mit leeren Händen unterwegs sind, nimmt es natürlich die Kinder wunder, was wir dabei haben. Als wir im Center ankommen, begrüsst uns eine motivierte Leitung. Ein halbes Jahr haben wir uns nicht mehr gesehen. Das Wiedersehen, besonders mit Babacar, war sehr schön. Eine Person, wo wir noch nicht kennen, lächelt uns an. Sie stellt sich mit Sokhna vor. Sie ist für «Mam» gekommen. Einige Kinder waren schon im Center. Sofort begrüssen sie uns, als wären wir viel dort. Es berührt einem sehr, dieses Kinderlachen. Wir haben ein paar einfachere Puzzles aus der Schweiz mitgenommen. Als ich sie hervornahm, wussten die Kinder nicht so recht, was sie damit anfangen sollten. Ich erklärte es dann ihnen und sofort waren sie dabei, diese Puzzles zusammenzustellen. Der Eifer ging sogar soweit, dass ein älteres Kind eine Stoppuhr dabei hatte und sie wollten möglichst schnell mit dem Spiel fertig werden. Welch ein Spass.

Unser Ziel am heutigen Tag war, dass wir in einigen Daaras Mückennetze aufmachen konnten. Das ist ein grosses Anliegen des Centers. Wir mussten aber eine grössere Vorarbeit leisten. Da die Daaras verschieden gebaut wurden, mussten wir zuerst abklären, was wir für Werkzeug und Zubehör benötigten. So wurden sämtliche Daaras zuerst abgelaufen. Einige Schlafstätten wurden mit Holz gebaut, in einem anderen gab es eine Betondecke. Somit standen wir vor einem Problem. Wie konnten die Mückennetze nun fachgerecht montiert werden? Zum Glück hatten wir Bruno dabei. Er ist handwerklich sehr geschickt. Er machte uns den Vorschlag, dass wir jetzt einen kleineren «Do it» aufsuchen müssen, wo wir sämtliches Werkzeug und Zubehör bekamen. Den Hammer fanden wir sofort, aber mit den Schrauben und Nägeln happerte es. Vorallem mussten wir sehr gut ausrechnen, was alles kosten würde. Wir entschieden uns für Nägel, wo nicht so teuer waren.

Nun stand uns nichts mehr im Wege und wir brachen erneut zu den Daaras auf. Wir erklärten dem Lehrer dort, was wir vorhatten. Er war sofort begeistert. Auch wir hatten alle Freude, als das erste Moskitosnetz aufgemacht war. Welch wertvolle Investition.

Dieses Daara hat drei Räume. Da nur immer zwei Personen ein Netz aufmachen können, hatte ich die Idee, dass man in einem anderen Raum den Boden reinigen kann. Da es doch neue Netze gibt, ist es doch ein gutes Gefühl, wenn der ganze Raum auch sauber ist. So machte ich mich auf, einen Besen zu erhaschen. Es war nicht so einfach. Ich erwischte dann einen ohne Stiel und die Schaufel war ein dickerer Karton. Geht ja auch.Was mich jedoch sehr erschreckte, war, dass ich in diesen drei Schlafräumen vier einzelne Rasierklingen zusammenwischte. Wieso liegen die einfach am Boden? Ohne Hülle. Ich liess mir erklären, dass den Kindern die Haare so geschnitten werden. Aber man könnte doch diese Rasierklingen nach getaner Arbeit in eine Schale versorgen. Wieso gehören diese Klingen auf den Boden? Sie haben mich aber nicht verstanden, was ich damit sagen wollte. Wenn man dann die zerschnittenen Füsse dieser Kinder wieder sieht. Ich verstehe das nicht.

Als wir dann alle Schlafräume gemacht hatten, trafen wir uns draussen. Alle zusammen mussten ruhig sein und wir wurden aufgefordert, dass wir unsere Hände zu einer Schale formen sollen. Der Lehrer und die Talibékinder sprachen für uns ein Gebet aus und sie bedankten sich bei uns mit einem lauten Lachen. Ach, wie gerne habe ich dieses Gefühl, jemandem etwas Gutes zu tun. Vorallem, wenn es dann so geschätzt wird. Danke Euch, Talibékinder.

Am späteren Nachmittag besuchten wir dann noch weitere Daaras, um Netze aufzuhängen. Am Abend waren wir alle ein bisschen übermüdet, aber hatten ein tolles Gefühl.

Liebe Grüsse

Elena, Bruno, Miriam, Silvan, Nadine, Esther, Gina

Und wie immer einige Impressionen:

 

Sommerzeit – Regenzeit – Mückenzeit

Den folgenden Blogeintrag handelt von der Geschichte der Mückennetzen für die Daraas. Ein Gemeinschaftsprojekt von so vielen Leuten, die unser Engagement für die Talibé-Kinder und der Kulturaustausch mit der Schweiz so schön aufzeigt.

Gerne beginne ich von vorne mit einigen Hintergrundinformationen. Gegen Ende Juli/Anfangs August beginnt in Senegal die „Regenzeit“. Es gibt dort nach einigen Monaten ohne Regen den ersehnten Regen. Die karge braune Landschaft wird innert wenigen Tagen grün und unser Fussballfeld vor dem Center ist nur noch halb so gross, weil es ziemlich grosse „Glungen“ gibt. Dieses Wasser zieht die Mücken an und da im Senegal Mücken mit Malaria-Erregern gibt, steigt die Gefahr einer Ansteckung. Besonders gefährdet sind die Talibé-Kinder.

Die Jungs schlafen in ihren Daraas (=Gebetshäusern) in kleinen Räumen, ungeschützt auf dem Beton-Boden oder sogar auf dem Sand. Manche haben ein Dach über dem Kopf, manche schlafen unter freiem Himmel. Mückennetze, die die Kinder in der Nacht vor den Mücken schützen gibt es sehr selten. Durch das Liegen im Sand, erhöht sich zusätzlich das Risiko für die Krätze, eine Hauterkrankung, die durch Milben übertragen wird. Leider sind in den letzten zwei Jahren drei Tablibés in der Nähe unseres Centers an Malaria gestorben, weil es zu spät diagnostiziert wurde.

Initialisiert wurde das Mückennetz-Projekt von unserem Direktor und dem Team im Senegal. Als ich, Marion, dort war erzählte er mir von der beginnenden Regenzeit und der ungeschützten Kinder. Ich verstand das Anliegen und wollte einige Details wissen zu den Preisen und dem Aufwand. Neben den Mückennetzen sollten wir zusätzlich noch Teppiche kaufen, die Kids zusätzlich etwas vor dem direkten Bodenkontakt schützen sollen. Dank einigen Spenden, die wir in den letzten Monaten anvertraut bekamen, konnten wir das Projekt umsetzen.

Mir war wichtig, dass wir das Projekt richtig umsetzen und nicht nur einige Netze und Teppiche zur Verfügung stellen und diese nicht für alle reichen oder schlecht montiert wird. Deshalb besuchte ich mit Ameth und Babacar alle neun Daraas, bei denen wir regelmässig hingehen und die Kinder pflegen und erstellte eine Liste wie viele Teppiche und Mückennetze wir genau brauchten. Die Liste machte anschliessend den Weg in die Schweiz um anschliessend mit Elena und der Reisegruppe „Fischer-Wilhelm“-welche den Senegal Anfangs August besuchten wieder zurück nach Westafrika.

Vielleicht seht ihr warum ich so stolz auf dieses Projekt bin. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt genau so wie wir es uns wünschen: Das Bedürfnis kommt vom Team im Senegal, der Schweizer Vorstand prüft die Umsetzung und organisiert die Umsetzung, die Spenderinnen und Spender aus der Schweiz ermöglichen die Finanzierung und das „Pünktli auf dem I“ ist die Reisegruppe „Fischer-Wilhelm“. Sie halfen fachkundig und tatkräftig mit, die Netze zu montieren und konnten so etwas von der Kultur im Senegal mitnehmen und unvergessliche Momente erleben. Esther wird im kommenden Blogbeitrag davon erzählen. Also schaut wieder vorbei!

Hier noch die einige Bilder zur Geschichte: