Projekt Mückennetz – Umsetzung

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Esther für die Erstellung des Berichts und Nadine für die schönen Föteli. Und natürlich an Bruno, Sili, Mirjam und Gina für die Unterstützung dieses Projekts! Viel Spass beim Lesen!

Nach einem sehr guten Frühstück mit Parisettebrot und Schokoladen-aufstrich fühlen wir uns gestärkt für den Tag. Anfangs August dieses Jahres, vormittags macht sich unsere siebenköpfige Gruppe ins Center auf. Schon auf dem Weg dorthin winken uns die Talibékinder zu und rufen «Elena,Elena». Einige kommen gerade mit uns mit. Da wir nicht mit leeren Händen unterwegs sind, nimmt es natürlich die Kinder wunder, was wir dabei haben. Als wir im Center ankommen, begrüsst uns eine motivierte Leitung. Ein halbes Jahr haben wir uns nicht mehr gesehen. Das Wiedersehen, besonders mit Babacar, war sehr schön. Eine Person, wo wir noch nicht kennen, lächelt uns an. Sie stellt sich mit Sokhna vor. Sie ist für «Mam» gekommen. Einige Kinder waren schon im Center. Sofort begrüssen sie uns, als wären wir viel dort. Es berührt einem sehr, dieses Kinderlachen. Wir haben ein paar einfachere Puzzles aus der Schweiz mitgenommen. Als ich sie hervornahm, wussten die Kinder nicht so recht, was sie damit anfangen sollten. Ich erklärte es dann ihnen und sofort waren sie dabei, diese Puzzles zusammenzustellen. Der Eifer ging sogar soweit, dass ein älteres Kind eine Stoppuhr dabei hatte und sie wollten möglichst schnell mit dem Spiel fertig werden. Welch ein Spass.

Unser Ziel am heutigen Tag war, dass wir in einigen Daaras Mückennetze aufmachen konnten. Das ist ein grosses Anliegen des Centers. Wir mussten aber eine grössere Vorarbeit leisten. Da die Daaras verschieden gebaut wurden, mussten wir zuerst abklären, was wir für Werkzeug und Zubehör benötigten. So wurden sämtliche Daaras zuerst abgelaufen. Einige Schlafstätten wurden mit Holz gebaut, in einem anderen gab es eine Betondecke. Somit standen wir vor einem Problem. Wie konnten die Mückennetze nun fachgerecht montiert werden? Zum Glück hatten wir Bruno dabei. Er ist handwerklich sehr geschickt. Er machte uns den Vorschlag, dass wir jetzt einen kleineren «Do it» aufsuchen müssen, wo wir sämtliches Werkzeug und Zubehör bekamen. Den Hammer fanden wir sofort, aber mit den Schrauben und Nägeln happerte es. Vorallem mussten wir sehr gut ausrechnen, was alles kosten würde. Wir entschieden uns für Nägel, wo nicht so teuer waren.

Nun stand uns nichts mehr im Wege und wir brachen erneut zu den Daaras auf. Wir erklärten dem Lehrer dort, was wir vorhatten. Er war sofort begeistert. Auch wir hatten alle Freude, als das erste Moskitosnetz aufgemacht war. Welch wertvolle Investition.

Dieses Daara hat drei Räume. Da nur immer zwei Personen ein Netz aufmachen können, hatte ich die Idee, dass man in einem anderen Raum den Boden reinigen kann. Da es doch neue Netze gibt, ist es doch ein gutes Gefühl, wenn der ganze Raum auch sauber ist. So machte ich mich auf, einen Besen zu erhaschen. Es war nicht so einfach. Ich erwischte dann einen ohne Stiel und die Schaufel war ein dickerer Karton. Geht ja auch.Was mich jedoch sehr erschreckte, war, dass ich in diesen drei Schlafräumen vier einzelne Rasierklingen zusammenwischte. Wieso liegen die einfach am Boden? Ohne Hülle. Ich liess mir erklären, dass den Kindern die Haare so geschnitten werden. Aber man könnte doch diese Rasierklingen nach getaner Arbeit in eine Schale versorgen. Wieso gehören diese Klingen auf den Boden? Sie haben mich aber nicht verstanden, was ich damit sagen wollte. Wenn man dann die zerschnittenen Füsse dieser Kinder wieder sieht. Ich verstehe das nicht.

Als wir dann alle Schlafräume gemacht hatten, trafen wir uns draussen. Alle zusammen mussten ruhig sein und wir wurden aufgefordert, dass wir unsere Hände zu einer Schale formen sollen. Der Lehrer und die Talibékinder sprachen für uns ein Gebet aus und sie bedankten sich bei uns mit einem lauten Lachen. Ach, wie gerne habe ich dieses Gefühl, jemandem etwas Gutes zu tun. Vorallem, wenn es dann so geschätzt wird. Danke Euch, Talibékinder.

Am späteren Nachmittag besuchten wir dann noch weitere Daaras, um Netze aufzuhängen. Am Abend waren wir alle ein bisschen übermüdet, aber hatten ein tolles Gefühl.

Liebe Grüsse

Elena, Bruno, Miriam, Silvan, Nadine, Esther, Gina

Und wie immer einige Impressionen:

 

Sommerzeit – Regenzeit – Mückenzeit

Den folgenden Blogeintrag handelt von der Geschichte der Mückennetzen für die Daraas. Ein Gemeinschaftsprojekt von so vielen Leuten, die unser Engagement für die Talibé-Kinder und der Kulturaustausch mit der Schweiz so schön aufzeigt.

Gerne beginne ich von vorne mit einigen Hintergrundinformationen. Gegen Ende Juli/Anfangs August beginnt in Senegal die „Regenzeit“. Es gibt dort nach einigen Monaten ohne Regen den ersehnten Regen. Die karge braune Landschaft wird innert wenigen Tagen grün und unser Fussballfeld vor dem Center ist nur noch halb so gross, weil es ziemlich grosse „Glungen“ gibt. Dieses Wasser zieht die Mücken an und da im Senegal Mücken mit Malaria-Erregern gibt, steigt die Gefahr einer Ansteckung. Besonders gefährdet sind die Talibé-Kinder.

Die Jungs schlafen in ihren Daraas (=Gebetshäusern) in kleinen Räumen, ungeschützt auf dem Beton-Boden oder sogar auf dem Sand. Manche haben ein Dach über dem Kopf, manche schlafen unter freiem Himmel. Mückennetze, die die Kinder in der Nacht vor den Mücken schützen gibt es sehr selten. Durch das Liegen im Sand, erhöht sich zusätzlich das Risiko für die Krätze, eine Hauterkrankung, die durch Milben übertragen wird. Leider sind in den letzten zwei Jahren drei Tablibés in der Nähe unseres Centers an Malaria gestorben, weil es zu spät diagnostiziert wurde.

Initialisiert wurde das Mückennetz-Projekt von unserem Direktor und dem Team im Senegal. Als ich, Marion, dort war erzählte er mir von der beginnenden Regenzeit und der ungeschützten Kinder. Ich verstand das Anliegen und wollte einige Details wissen zu den Preisen und dem Aufwand. Neben den Mückennetzen sollten wir zusätzlich noch Teppiche kaufen, die Kids zusätzlich etwas vor dem direkten Bodenkontakt schützen sollen. Dank einigen Spenden, die wir in den letzten Monaten anvertraut bekamen, konnten wir das Projekt umsetzen.

Mir war wichtig, dass wir das Projekt richtig umsetzen und nicht nur einige Netze und Teppiche zur Verfügung stellen und diese nicht für alle reichen oder schlecht montiert wird. Deshalb besuchte ich mit Ameth und Babacar alle neun Daraas, bei denen wir regelmässig hingehen und die Kinder pflegen und erstellte eine Liste wie viele Teppiche und Mückennetze wir genau brauchten. Die Liste machte anschliessend den Weg in die Schweiz um anschliessend mit Elena und der Reisegruppe „Fischer-Wilhelm“-welche den Senegal Anfangs August besuchten wieder zurück nach Westafrika.

Vielleicht seht ihr warum ich so stolz auf dieses Projekt bin. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt genau so wie wir es uns wünschen: Das Bedürfnis kommt vom Team im Senegal, der Schweizer Vorstand prüft die Umsetzung und organisiert die Umsetzung, die Spenderinnen und Spender aus der Schweiz ermöglichen die Finanzierung und das „Pünktli auf dem I“ ist die Reisegruppe „Fischer-Wilhelm“. Sie halfen fachkundig und tatkräftig mit, die Netze zu montieren und konnten so etwas von der Kultur im Senegal mitnehmen und unvergessliche Momente erleben. Esther wird im kommenden Blogbeitrag davon erzählen. Also schaut wieder vorbei!

Hier noch die einige Bilder zur Geschichte:

 

Sommerzeit – Ferienzeit – Senegalzeit

Nach über einem Jahr Unterbruch, durfte ich, Marion, wieder einmal Senegalesischen Boden betreten. Nach dem Abschluss der letzten Prüfung und vor der Abgabe der Bachelorarbeit ist der Senegal für mich die beste Destination zum Abschalten und einfach mal „Nichts“ machen.

Meine erste Woche verbrachte ich im südlichen Teil des Landes und reiste mit Cheikhs Bruder, Adama, durch das Land um die Sehenswürdigkeiten der Regionen zu sehen. Ich besuchte den Nationalpark Niokoloko-Ba, wo wir zwei Tage lang Wildtiere wie Antilopen, Warzenschweine und Affen suchten und fanden. Leider versteckten sich die Löwen und die Nilpferde zu gut vor uns. Noch weiter im Landesinnere, direkt an der Grenze zu Guinea befindet sich die Cascade von Dindéfélo. Ein wunderschöner, natürlicher Wasserfall mit einem Becken, das zum Baden einlud. Der Senegal ist ein schönes Land, das touristisch absolut (noch) nicht überlaufen ist! Hier einige Impressionen von meiner Reise

 

Nach einer Woche unterwegs wuchs die Vorfreude auf Saint-Louis, die Familie Gaye und das Center immer mehr. Wiedersehen macht definitiv Freude:-). Was kann ich euch über das Center erzählen? Was mir sofort auffiel, war die Sauberkeit: Das medizinische Material war geputzt, desinfiziert und bereit für den nächsten Einsatz, die Schränke waren aufgeräumt und auch im Materialraum herrschte Ordnung. Ein grosses Kompliment der gesamten Equipe und unserem Direktor Ameth. Anhand der Zeichnungen, die jedes freie Stück Wand unseres Aktivitäten-Raumes und des Ganges einkleideten, realisierte ich, dass alle mit Freude und Elan an der Arbeit sind.

Im Gespräch mit dem Direktor stellte ich auch fest, dass unser Team nun wöchentlich alle neun Gebetshäuser besucht und dort die Kinder vor Ort jeweils pflegt. Dieser strikte Plan ist für uns sehr wichtig, da wir im Moment genügend Leute vor Ort und auch genügend Medizinisches Material zur Verfügung haben. Zusammengefasst bin ich mit dem Betrieb sehr zufrieden!

Das einzige Zvieri, das ich während meines Aufenthalt mitgestalten konnte, fiel genau auf den Finaltag des Afrika-Cups, den die Nationalmannschaft des Senegals bestritt. Da die Familie eines Nationalspielers eine grosse Mahlzeit für die Talibé-Kinder spendierte, verteilten wir unser Zvieri direkt in ein Gebetshaus, wo die Kinder noch am lernen waren. Die Stimmung und das Fussballfieber im ganzen Land war bis zum Schlusspfiff einmalig. Leider verlor der Senegal das Spiel gegen Algerien 1:0 und die grosse Party fiel ins Wasser. Einige Impressionen aus dem Alltag in Saint-Louis und dem Center!

 

 

 

Apropos Wasser: In den kommenden Tagen und Wochen erwartet Saint-Louis den ersten Regen der Saison. Was dies für die Talibé-Kinder und unser Projekt bedeutet, erfährt ihr in den kommenden Wochen auf unserem Blog!

Ein Blick zurück zum letzten Oktober…

Elena W. (nicht ich, Elena F. ;)) war unsere Freiwillige vom letzten Oktober bis im Dezember. Sie hat uns ihr Bericht von ihrem Aufenthalt zugestellt. Wir freuen uns sehr, über ihre tollen Worte zum Projekt. Liebe Elena, Danke für dein grosses Engagement in unserem Center!

P.S. Trotz wenigen Neuigkeiten von unserer Seite läuft es gut. Wir hatten im April ein tolles Festival. Jetzt ist bald der Ramadan vorbei und im Center wird wieder Alltag einkehren. Marion und ich konzentrieren und auf unsere Schularbeiten, Cheikh ist mit seinen Musikprojekten beschäftigt. Falls ihr einmal ein persönliches Update möchtet, dürft ihr uns gerne kontaktieren. Ansonsten sagen wir auf bald beim nächsten Blogeintrag, Facebook oder Instagram 🙂

Viel Spass beim Lesen vom Bericht von Elena W. 🙂

Es war eine unvergessliche und prägende Zeit in Saint Louis. Aber ganz von vorne. Für mich war die Destination Senegal die erste grössere Reise alleine. Die Vorfreude vor der Abreise war riesig und ein wenig gemischt mit Aufgeregtheit. Bei meiner Ankunft wurde ich von einer beinahe erschlagenden schwülen Hitze empfangen. Gemeinsam mit Elena machte ich mich auf den Weg vom Flughafen in Thies nach Saint Louis im Norden Senegals. Die Strecke zog sich über einige Kilometer und so gewann ich während der vierstündigen Autofahrt die ersten Eindrücke von Senegal. Erschöpft vom Reisetag kamen wir am Abend bei der Familie an. Ich wurde herzlich von der Familie empfangen. Am folgenden Tag zeigte mir Elena die Altstadt und einige wichtige Plätze. Sehr schnell spürte ich die lebhafte und energiereiche Art der Senegalesen. Ich fühlte mich vom ersten Moment an wohl in der Familie. Bereits nach wenigen Tagen habe ich mich an den senegalesischen Rhythmus gewöhnt.

Alltag

An 5 Tagen in der Woche habe ich im Center gearbeitet, jeweils von Montag bis Freitag. Am Wochenende hatte ich frei. Der Wochenrhythmus im Center war geregelt und sah wie folgt aus.

Am Montag, Dienstag jeweils vor- und nachmittags und am Mittwoch vormittags gingen wir in die Daaras, die Gebetshäuser der Taliés. Pro Woche besuchten wir etwa 12 dieser Gebetshäuser. Um die Kinder verarzten zu können, bereiteten wir im Center vor Aufbruch zu den Daaras einen Rucksack vor. Dieser Rucksack bepackten wir mit dem benötigten Wundversorgungs- und Verbandsmaterial.

Am Mittwochnachmittag war es meist ruhig im Center. Wir hatten so die Gelegenheit anfallende Arbeiten zu erledigen und Material aufzufüllen oder Tupfer für die Wundreinigung auseinander zuschneiden etc…

Am Donnerstag kamen viele Kinder ins Center und haben geduscht, ihre Kleider gewaschen oder Zähne geputzt. Kinder, die Blessuren hatten, konnten diese von uns im Center verarzten lassen. Auch haben wir mit den Talibés diverse Spiele gespielt, Sachen gebastelt, Mandalas gemalt oder sportliche Aktivitäten durchgeführt. Die Jungs haben so die Chance für einen Augenblick einfach ein Kind zu sein und zu spielen, kreativ sein, herumzutoben und zu lachen.

Der Freitagmorgen verlief gleich wie am Donnerstag. Am Freitagnachmittag gab es jeweils ein «Z’vieri» für die Talibés. Diese kleine Mahlzeit bereiteten wir jeweils frisch vor. Die Kinder sassen in mehreren Reihen auf der Terrasse des Centers. Bevor das «Z’vieri» verteilt wurde, machten wir jeweils verschiedene Animationen, wie Klatschspiele oder wir sangen zusammen Kurzliedern.

An den Wochenenden habe ich kleinere Ausflüge gemacht, spazierte durchs Quartier oder am Strand, schlenderte durch den Markt oder die Altstadt und kaufte dies und das. Ich verbrachte viel Zeit zu Hause bei der Familie und genoss die Zeit im lebendigen Zuhause mit der ganzen Familie. Am Samstagabend ging es einige Male in den Ausgang, entweder gab es Konzerte oder wir gingen in einen Club tanzen.

Hygienisches Arbeiten

Durch meine Ausbildung als Fachfrau Gesundheit hatte ich ein Vorwissen was Wundmanagement und Hygiene betraf. Ich merkte rasch, dass ich vor allem die hygienischen Standards der Schweiz enorm zurückschrauben musste. Auch sind die vorhandenen Ressourcen begrenzt, um die Kinder bestmöglichst zu versorgen. Die wichtigsten Selbstschutzmassnahmen, wie das Tragen von Handschuhen und Händedesinfektionsmittel, war gewährleistet.

Ich durfte sehr viele Sachen erleben. Noch heute denke ich jeden Tag an meine Zeit in St. Louis zurück. Ich wurde in der Familie herzlich aufgenommen und ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl. Das Team im Center hat mir einiges beigebracht und mir viele eindrückliche Sachen gezeigt. Die Talibés faszinierten mich. Ich bewundere ihre Lebensenergie. Sie werden jeden Tag aufs Neue vor grosse Herausforderungen gestellt und trotzdem begegneten sie einem stets mit einem Lachen. Sie müssen tagtäglich auf die Strasse um zu Betteln, damit sie etwas zu Essen und Trinken haben. Meine Zeit in Senegal ist eine Weile her, dennoch sind meine Eindrücke und Erlebnisse noch kein bisschen verblasst. Ich durfte viele neue Menschen kennenlernen und vermisse jene, denen ich in dieser Zeit begegnen durfte.

Auf ein tolles 2019!

Ja, die Zeit läuft wie verrückt. Wir sind auf diesem Kanal noch nicht dazugekommen, uns im neuen Jahr zu melden. Das holen wir heute sehr gerne nach…

Es gibt nämlich so vieles zu erzählen. Zuerst möchten wir uns aber bedanken. Wir haben vor und nach Weihnachten sehr viele Spenden erhalten. Deshalb haben wir uns entschieden, am Freitag nach Weihnachten ein besonderes Essen für die Kinder im Senegal zu organisieren. Bereits in den letzten Jahren, haben wir dies jeweils gemacht um den Kindern ein bisschen Weihnachten zu schicken.

Cheikh war kurz vor Weihnachten in Saint Louis angekommen. Zusammen mit unserem tollen Staff haben sie ein grosses Essen veranstaltet. Es gab „Vermicelle“ (feine Teigwaren) mit Poulet. Neben dem Essen gab es ein kleines Konzert mit Ndary Diouf. Ndary ist ein treuer Freund, der schon seit der Geburtsstunde von Coeur en Or immer wieder Musik macht mit den Kids.

Hier die Bilder für euch und nochmals von HERZEN ein riesiges Danke für all den Support. Nicht nur um Weihnachten, sondern auch das ganze Jahr.

Wir freuen uns auf ein spannendes neues Jahr. Im Bereich Sport konnten wir mit unseren treuen Mitarbeiterin Mame eine neue Kollaboration eingehen. Wir berichten euch gerne in einem weiteren Blogbeitrag über unser neues Frauen-Handball-Team. Für das neue Team durften wir jedoch bereits gesponserte T-Shirts mitnehmen. Herzlichen Dank auch dafür!
Auf der Seite Kultur arbeitet Cheikh mit Hochdruck an den Vorbereitungen für das Festival im April. Wir hoffen auch dieses Jahr auf eine tolle Veranstaltung! Bis Cheikh im April abreist, wird es noch ein Konzert in der Schweiz geben. Wir halten euch auch auf dem Laufenden…

Auf Seite Verein Coeur en Or Suisse gibt es auch ganz vieles zu tun. Es mangelt uns nicht an Plänen, Ideen, Inspirationen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Es mangelt uns leider aktuell an Zeit. Marion und ich haben beide schulisch ein strenges halbes Jahr vor uns. Wir werden aber unser Bestes geben, uns ab und zu auf diesem Kanal zu melden.

Herzliche Grüsse und bis bald!

Oh, was für ein Weekend!

Das Konzertwochenende war grossartig. Aber alles der Reihe nach.

Dooba und sein Freund Magaye sind bei uns am Mittwoch in Kulmerau-City eingetroffen. Die beiden wohnen seit einiger Zeit in Strassbourg. Dooba hat in Saint Louis studiert und schon zu dieser Zeit Musik gemacht. Cheikh und ich haben ihn auch schon zu dieser Zeit gehört. Magaye ist ein bekannter Gitarrist in Senegal und war schon einige Male auf Tournee in Europa.

Am Mittwoch und Donnerstag waren sie in Kulmerau einquartiert. Da Cheikh bei der Arbeit war, nutzen sie die Zeit zum Proben. Am Mittag haben sie jeweils mit der Familie gegessen. Am Abend waren sie mit Cheikh im Proberaum in Büron und im Studio in Kriens.

Am Freitag Abend war das Konzert in Luzern. Erfreulicherweise kamen sehr viele Leute. Neben den vielen bekannten Gesichter, waren auch viele neue Gesichter dabei. Die Atmosphäre war super. Die Musik richtig toll. Ein perfekter Konzertabend!

Den Samstag Nachmittag verbrachten wir in der warmen Stube in Kulmerau. Mami organisierte uns ein Fondue und Raclette. Wir wollten natürlich unseren senegalesischen Freunden diese typischen Speisen nicht vorenthalten. Es hat ihnen übrigens super geschmeckt 😉

Auch das Konzert am Samstag war sehr gut. Die Stimmung war wieder super. Die Musiker haben extra noch einige zusätzliche Lieder gespielt, da einige Besucher erst später dazugekommen sind. Cheikh hat zudem die Konzertbesucher zum Tanzen animiert und spontan noch eine kurze Tanzlektion gegeben. So ein tolles Erlebnis!

Wir genossen den Abend oder eher die Nacht alle zusammen und sprachen über Gott und die Welt oder vielleicht auch eher über Afrika und die Musik. Am nächsten Mittag machten wir Kassensturz. Es kamen erfreulicherweise 500 Franken für beide Parteien zusammen (abzüglich den Kosten). Cheikh wird dieses Geld, wie bereits angekündigt, für die Organisation des Festival Coeur en Or 2019 benötigen.

Das Wochenende stand wieder unter dem Motto #Kulturaustausch. Senegalesen in unserer Schweizer-Familie. Senegalesen die viele hiesigen Ohren mit ihrer Musik aus der Ferne verzauberten. So bauen wir laufend kleine Brücken zwischen unseren zwei Kulturen.

Zum Schluss möchte ich nochmals Danke sagen:

  • Meinen Eltern und meiner Family für die grossartige Gastfreundschaft.
  • Dubä für den Proberaum und die Musikanlage.
  • Thomas und Roger für die tolle Zusammenarbeit für die Konzertlocations.
  • Glauco fürs mitspielen.
  • Manu für die Flyer, Andi für die unkomplizierte Übernachtungsmöglichkeit, Steffi für die moralische Unterstützung.
  • und allen weiteren Personen, die uns immer und immer tatkräftig unterstützen

Konzert von Dooba

Vielleicht habt ihr schon auf verschiedenen anderen Kanälen gelesen: Am kommenden Freitag und Samstag sind zwei Musiker aus Senegal in der Schweiz und singen für unser Projekt. Cheikh wird die beiden musikalisch begleiten. Dooba stammt wie Cheikh, aus der Stadt Saint Louis in Senegal und lebt im Moment in Europa. Die beiden haben vor einigen Jahren schon zusammen musiziert. Die Konzerte finden wie folgt statt:

  • Freitag, 14. Dezember, 20.30 Uhr im B+B Bettstatt, Luzern
    ( –> Warum nicht das Feierabendbier mit senegalesischer Musik geniessen?)
  • Samstag, 15. Dezember 21.00 Uhr, Braui Pub, Triengen
    ( –> Ein weiteres Heimspiel in Triengen)

An den Konzerten gibt es eine Kollekte für das Festival Coeur en Or. Was ist das Festival Coeur en Or? Mehr Infos dazu an den Konzerten und im Blog in den kommenden Wochen.

Wir freuen uns auf euch!IMG-20181206-WA0009

Adventsfenster

Das Adventsfenster ist eine Tradition in unserem kleinen Wohnort Kulmerau. An jedem Abend im Dezember gestaltet jemand aus dem Dorf ein Fenster oder macht eine spezielle Weihnachtsdekoration.

Am letzten Sonntag, 9. Dezember durften wir unser Adventsfenster das erste Mal beleuchten. Wir nutzten diesen Anlass, um den interessierten Personen unser Projekt zu präsentieren. Das Fenster sowie die offerierten Gebäcke standen unter dem Motto „eine Brücke bauen“. Neben den herkömmlichen Schweizer Weihnachtsguetzli und einem feinen Apfelmostpunsch, konnten wir senegalesischen Nougat (welcher vor einer Woche von unserer Freiwilligen importiert wurde) und Hibiskus-Tee anbieten. Eine süsse Angelegenheit und ein gelungener Schweiz-Senegalesischer Abend.

Hier einige Eindrücke vom gemütlichen Abend.

 

Unsere Herzen sind schwer

Letzten Mittwoch haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass in Saint Louis zwei kleine Talibes an Malaria gestorben sind. Einer von ihnen starb in seinem Gebetshaus, drei weitere waren schwer krank ins Spital gebracht worden. Einer von ihnen ist anschliessend im Spital verstorben. Die anderen zwei sind nach neusten Angaben in einem stabilen Zustand.

Was für eine Tragödie. Wie kann es sein, das nur zirka 10 Minuten von unserem Center Kinder in miserablen Bedingungen sterben müssen? Wir sind schockiert und der Verlust tut uns sehr weh. Das Gebetshaus liegt im Nachbarsquartier, wo ein anderes Center stationiert ist. Daher haben wir von den kranken Kindern nichts erfahren.

Neben der grossen Trauer verspürte ich eine grosse Wut und Ratlosigkeit. Was muss noch passieren, damit diese Kinder endlich eine bessere Zukunft erhalten? Wieso spricht die Politik immer wieder von neuen Gesetzen gegen das Betteln, etc. aber nichts passiert? Warum akzeptiert die Bevölkerung nach wie vor, dass diese Kinder einfach so auf der Strasse leben müssen? Müssen wir als Organisation mehr machen?

Es gibt leider keine Antworten auf diese Fragen.  Wir haben viele Gespräche geführt. Cheikh, Marion, ich und das Team im Senegal. Es hat gut getan. Doch wie weiter? Wir geben diese Frage vorerst unserem Team im Senegal zurück. Unser Ziel ist es, dass sie uns Massnahmen und Verbesserungsvorschläge für die tägliche Arbeit geben. Wir müssen wieder achtsamer und wacher sein. Lieber einmal mehr nachsehen und prüfen.

Etwas ist uns jedoch klar geworden. Wir wollen weitermachen. Wir machen es für alle Kinder, die vor Ort unsere Hilfe benötigen und wir machen es für die zwei kleinen Jungs, die unsere Erde viel zu früh verlassen haben.

personelle Veränderungen

Wir möchten euch über diesen Kanal über personelle Veränderungen in unserem Projekt informieren.

Zuerst zu der Schweiz:
Brigitte hat entschieden, aus dem Vorstand des Vereines Coeur en Or auszutreten. Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Wir sind jedoch froh, dass Brigitte den Verein weiterhin mit anderen Aufgaben tatkräftig unterstützt.
Liebe Brigitte, wir lassen dich sehr ungern gehen, können jedoch deine Entscheidung nachvollziehen. Danke für alles!
Wie wir im Vorstand organisatorisch weiterfahren werden, wird sich nun in der nächsten Zeit zeigen.

und nun zum Senegal:
Mamadou, unser Direktor vor Ort, hat sich überraschend entschieden, einer neuen Tätigkeit nachzugehen. Wir sind auch über diesen Abgang traurig und wünschen Mamadou alles alles Gute für die Zukunft.
Mamadou wird aktuell durch Cheikhs Familie ersetzt. Entweder ist Cheikhs Bruder Youssuf oder Cheikhs Schwester Marieme im Center vor Ort und verantwortlich. Wir suchen nach einer passenden und wenn möglichen langfristigen Lösung. Wir sind froh, dass der Projektalltag jedoch nicht unterbrochen worden ist. Die Stelle der Center-Leitung fordert so einiges und ist daher nicht einfach zu besetzen. Die Anforderungen sind hoch, der „Lohn“ jedoch nicht wirklich.

Drückt uns die Daumen 🙂