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Jahresupdate 2025

Wir hoffen, es geht euch gut. Ein bewegendes und ereignisreiches Jahr liegt hinter uns – mit vielen schönen Momenten, aber auch schwierigen. Gerne möchten wir euch hier ein Update zu unserem Projekt geben und teilen, was 2025 alles passiert ist.

Januar & Februar – Besuch im Senegal

Zu Jahresbeginn reisten Elena und Cheikh gemeinsam mit Demba nach Senegal. Dort führten wir unser jährliches Teamessen durch, tauschten Visionen und Ideen aus und genossen vor allem die gemeinsame Zeit. Wie jedes Jahr fand auch das grosse Kinderessen statt – ein Moment, der für uns alle, besonders für Elena, zu den schönsten des Jahres gehört.

März – Fastenprojekt in Schlierbach und Büron

Im März durfte Elena das Fastenprojekt der Pfarreien Schlierbach und Büron begleiten. Das Thema lautete Essen. Wir stellten Kindern in der Schweiz sowie einigen unserer Talibé-Jungen verschiedene Fragen – die Antworten zeigten eindrücklich, wie unterschiedlich das Thema Nahrung im Alltag erlebt wird.
Während Essen für viele Kinder hier mit Genuss und Ritualen verbunden ist, ist es für die Talibés häufig ein belastender Teil des Tages.

Die Gottesdienste waren sehr schön gestaltet, und wir denken gerne an diese Zeit zurück. Ein herzliches Dankeschön geht an Helga für ihren grossartigen Einsatz und die Organisation.

April – Ein schmerzhafter Verlust

Im April mussten wir eine sehr traurige Nachricht erfahren: Unsere Mitarbeiterin Khady hat ihre geliebte Tochter Yasin nach einer kurzen, schweren Krankheit verloren.
Yasin war ein wundervolles Mädchen, das fast jeden Freitag im Projekt mitgeholfen hat. Sie hinterlässt eine riesige Lücke, und wir sind noch immer fassungslos. Wir versuchen, Khady in dieser schweren Zeit so gut wie möglich zu unterstützen.

Sommer – Regenzeit, Mückenprojekt und Gesundheit

Während der Regenzeit führten wir wie jedes Jahr unser Mückenprojekt durch. Wir kauften Mückennetze und neue Matten, verteilten sie in den Daarahs und hängten sie gemeinsam mit den Kindern auf. Bei unseren wöchentlichen Besuchen prüfen wir, ob die Netze noch richtig hängen und ob die Kinder sie nachts nutzen – eine einfache, aber enorm wichtige Schutzmassnahme gegen Krankheiten.

Leider gibt es nach wie vor Fälle von Krätze (la galle). Die Parasiten verursachen schmerzhafte und sehr unangenehme Hautausschläge. Auch wenn die Krankheit nicht gefährlich ist, bedeutet jede vermiedene Infektion für die Kinder ein grosses Stück Erleichterung und Lebensqualität.

Herbst – Erste-Hilfe-Ausbildung

Im Herbst absolvierte unser Team ein Erste-Hilfe-Diplom beim Roten Kreuz. Die Schulung umfasste eine breite Einführung in den allgemeinen Bereich des Secourismus (Erste Hilfe). Folgende Themen wurden behandelt:

  • psychologische Ersthilfe: Beratung, beruhigende Begleitung und aktives Zuhören
  • Erste Massnahmen nach einem Unfall, inklusive Lagerung der verletzten Person, bis medizinische Hilfe eintrifft
  • Umgang mit Verbrennungen sowie das rasche Löschen von Bränden mit Butangas
  • Erstversorgung bei starken Blutungen
  • Versorgung tiefer Wunden
  • Vorgehen bei Unwohlsein
  • Massnahmen bei Erstickungsgefahr

Die Ausbildung besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Phase. Die theoretische Phase dauerte zwei Wochen und wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Nun folgt die praktische Phase mit dem medizinischen Inspektor, die – je nach Verfügbarkeit – rund drei Wochen dauern wird.
Im Januar findet anschliessend die Prüfung statt, und wir hoffen sehr, dass unser Team die Diplome bestehen wird.

Oktober – Schulprojekt in Ettiswil und Buttisholz

Ende Oktober besuchten Elena und Cheikh vier Schulklassen der 5. und 6. Stufe in Ettiswil und Buttisholz. Dort stellten wir Coeur en Or sowie unsere Arbeit in St. Louis vor. Die Kinder hörten mit grosser Begeisterung und Neugier zu, stellten viele Fragen und brachten sich aktiv ein. Auch die Themen Rassismus und Kolonialismus konnten wir kurz ansprechen – ein wertvoller Austausch.

Im zweiten Teil sorgten Cheikh und Tala für Musik: Es wurde gesungen, getanzt und gemeinsam mit Instrumenten musiziert.
Ein grosses Dankeschön geht an Helene, die alles souverän organisiert und uns grossartig unterstützt hat.

Ein grosses Dankeschön

An dieser Stelle möchten wir allen danken, die unser Projekt seit so vielen Jahren unterstützen – sei es durch Spenden, Weitererzählen oder tatkräftiges Engagement. Es berührt uns immer wieder, zu sehen, wie viele Menschen an uns glauben und uns supporten.

Auch dieses Jahr findet unser traditionelles Weihnachten für alle statt, bei dem die Kinder basteln und ein grosses gemeinsames Essen geniessen dürfen. Das Team freut sich schon jetzt auf diesen besonderen Tag.

Ausblick 2026 – Wir feiern 10 Jahre Coeur en Or

Im Jahr 2026 feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum. Ein Jahrzehnt, in dem wir den Kindern im Quartier einen sicheren Ort bieten durften – darauf sind wir unglaublich stolz.
Für April planen wir einen grösseren Jubiläumstag mit verschiedenen Aktivitäten. Weitere Infos folgen.

Wichtiger Hinweis – Unterstützung für unser Team

Unsere langjährigen Mitarbeitenden liegen uns besonders am Herzen. Trotz ihres wertvollen Engagements können wir ihnen nach wie vor keinen hohen Lohn bezahlen. Da die Lebenshaltungskosten im Senegal weiterhin stark steigen, möchten wir unbedingt eine Lohnerhöhung ermöglichen. Dies bedeutet jedoch, dass wir eine gewisse finanzielle Sicherheit brauchen.

Wer uns dabei unterstützen möchte, findet alle Informationen zu Spenden hier:
https://coeurenor-senegal.com/unterstuetzung/spenden/

Die Steuerbescheinigungen stellen wir wie gewohnt im Januar/Februar aus.

Wir wünschen euch eine wunderschöne Adventszeit und einen guten Jahresabschluss.

Herzliche Grüsse
Elena, Cheikh, Marion, Esther und das ganze Team Senegal von Coeur en Or


endlich zurück <3

Saint Louis, 26.01.2025


Nach 1.5 Jahren Unterbruch sind wir (Elena & Cheikh & Demba) zurück in Saint Louis. Was für eine Freude wieder hier zu sein und euch diese Zeile aus unserem zu Hause in Eaux-Claires zu schreiben.

Arbeit im Verein Coeur en Or Suisse

Auf diesem Blog war es länger ruhig. 2024 war bei Marion und mir busy: Umzug, neue Arbeit, Heirat, Hochzeitsreise sind nur einige Ereignisse. Wir sind uns bewusst, dass Coeur en Or manchmal mehr und manchmal weniger Priorität hat. So soll es aber auch sein bzw. anders geht es leider aktuell nicht. Wichtig ist für uns, dass es im Senegal stabil läuft – dazu gleich mehr.

Noch ein kleiner Ausblick: Nächsten März wird Coeur en Or vom Fastenprojekt in Büron unterstützt. Wir freuen uns schon jetzt, den Gottesdienst am Sonntag, 23. März in Büron und am 30. März in Schlierbach mitzugestalten.

Projekt Update

Wir haben das Projekt in einem tollen Zustand angetroffen. Die Kids sind wohlauf, das Team engagiert und gut gelaunt, das Center in einem sehr guten Zustand. Die grossen Investitionen vor 1.5 Jahren haben sich gelohnt, es sieht alles sehr viel gepflegter aus als vor dem Umbau.

Wir sind sehr froh, dass Ameth vor Ort alles so gut leitet und das Team unverändert geblieben ist. Es macht Freude, dass wir trotz weniger Aktivitäten in der Schweiz, ein stabiles Projekt haben und dies bereits seit 9 Jahren!

Was ansteht…

Wir werden unseren Aufenthalt einmal mehr nutzen, um mit dem Team und den Kids Zeit zu verbringen. Geplant ist ein Team-Nachtessen im Restaurant mit einer anschliessenden Sitzung.

Zudem planen wir einen Workshop, wo wir uns über die Zukunft des Projektes unterhalten.

Im Verlauf der nächsten 3 Wochen wird auch das verschobene Weihnachtessen für die Kinder stattfinden. Wir freuen uns schon jetzt auf das grosse «Geköche» 😊

Bis bald wieder, inchallah 😉

kleines Update

Hoi zäme

Oft werden wir gefragt, und wie läuft euer Projekt im Senegal?
Die erfreuliche Antwort lautet: gut – wir sind zufrieden!

Gerne gebe ich euch einen kurzen Einblick in die letzten paar Monate:
Letzten Sommer hat es im Saint Louis aussergewöhnlich viele Mücken und wir hatten auch wieder mehrere Krätze-Fälle wegen den Niederschlägen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Unterkünfte der Kinder mit Matten und Mückennetzen auszustatten. Es ist uns bewusst, dass diese Massnahmen jeweils nur kurzfristig sind. Durch die grosse Gefahr der Mücken und das grosse Leid durch die Krätze-Fälle haben wir uns trotzdem dafür entschieden.

Babacar und Be von unserem Team haben ein zusätzliches Staats-Diplom absolviert, damit sie den Titel für Kinderbetreuer*in erhalten. Leider haben beide die Prüfungen nicht bestanden. Es ist mit den Diplomen im Senegal manchmal sehr schwierig und oft auch Glückssache. Obwohl beide viel Einsatz gezeigt haben und eine gute Prüfung absolviert haben, hat es nicht gereicht. Wir schauen nun, ob sie es nochmals versuchen wollen. Wir finden jedoch, dass es gut investiertes Geld ist, denn sie haben ja trotzdem bei der Ausbildung viel gelernt.

An Weihnachten haben wir unser traditionelles grösseres Essen organisiert. Ihr könnt unten einige Bilder sehen. Das Team hat einmal mehr einen riesigen Einsatz geleistet.

Bald kommt der Ramadan und wir werden die Aktivitäten einen Monat etwas herunterfahren. Es ist auch noch einen Freiwilligeneinsatz geplant von einer tollen Frau aus München.
An der Projektfront in der Schweiz ist es relativ ruhig. Also falls ihr von Schulen, Pfarreien oder sonstigen Institutionen etwas hört, sind wir immer offen für gemeinsame Projekte mit Kindern. Dies kann musikalisch oder auch kreativ sein.

Für unsere Center haben wir noch immer grosse Pläne im Kopf, aber unsere Zeit ist sehr begrenzt… Das darf aber auch Platz haben und die Zeit wird kommen, wo wir wieder mehr Ressourcen von unserer Seite in unsere Herzensprojekt stecken werden können.

Wir wünschen euch eine gute Zeit und bis bald!

Elena mit Team Coeur en Or

Senegal Night – Ein Abend zu Gunsten von Coeur en Or

Save the Date: Am Freitag, 1. September 2023 organisiert der Vorstand von Coeur en Or Suisse im Sentitreff in Luzern ein Senegalesischer Abend. Das erwartet euch:

Füürobebier und senegalesische Cocktails

ab 16.00 Uhr im Sentitreff in Luzern inkl. Konzert von Lisa-Marie Fehr

Präsentation Projekt „Coeur en Or“

Wir präsentieren euch unser Projekt Coeur en Or. Der finanzielle Gewinn dieses Abends kommt in vollem Umfang den Kindern im Senegal zu Gute.

Senegalesisches Abendessen

Fatima kocht uns zwei senegalesische Essen, welche ihr geniessen könnt. Es gibt Einzelportionen im Teller, oder ihr könnt das feine Essen in in senegalesischen Töpfen, welches ihr in Gruppen ganz senegalesisch am Boden geniessen könnt.

Konzert (Kollekte)

Musikalische Unterhaltung kommt von Aliuw. Der Senegalese lebt im nahen Elsass und wird uns mit seinen Kollegen mit senegalesischen Rhythmen verwöhnen.

Kulturaustausch

Es besteht die Möglichkeit, gemeinsam über die beiden Kulturen zu philosophieren und sich auszutauschen. Bestimmt werden auch einige ehemalige Senegalreisende dort sein, die das faszinierende und farbige Leben im Senegal schon erlebt haben.

Im Renovierungsfieber!

Hallo aus Saint Louis (von Elena)

Wie Marion bereits erklärt hat, gab es ein grosser Renovationsbedarf im Center. Seit wir es gemietet haben im 2016 und anschliessend gekauft im 2019 gibt es so einiges zu machen. Eigentlich wollten Cheikh, Demba und ich nur max. 2 Wochen in Saint Louis verbringen, jedoch hat uns das Umbau-Fieber gepackt.

Gestartet hat das Team vor unserer Ankunft mit der Fosse und dem neuen WC. Da wir die Abwasser-Rohre neu legen mussten haben wir beschlossen, ein weiteres WC/Dusche für die Kinder zu bauen. Das Zimmer von unserem Fussball-Coach Bundiol (der im Center wohnt und es bewacht) wurde zwar daher etwas kleiner, dafür haben wir ein Fenster gebaut, damit das Zimmer besser belüftet ist.

Durch das Verlegen der Rohre mussten wir die Plättli im Gang und in unserem Schulzimmer zerstören. Deshalb haben wir beschlossen, neue Platten zu legen und zwar in den Toiletten der Kinder, dem Gang, dem Aussenbereich, vor dem Haus bei den Fossen und im Schulzimmer.

Um die passenden Plättli zu finden waren wir in drei Boutiquen und haben uns den Kopf zerbrochen. Die die mich kennen wissen, dass ich mir solche Sachen schlecht vorstellen kann. Daher war die Auswahl umso schwieriger. Wir haben uns eine Nacht zeitgelassen. Zudem haben wir einen zweiten Plättlileger bestellt um den Bedarf nochmals zu berechnen. Ich war etwas nervös, weil ich nicht zu viel einkaufen wollte.

Das Team vom Plattenleger war unglaublich schnell. Sie arbeiteten zu 4t manchmal sogar zu 6t. Ich bin zufrieden mit dem Resultat, obwohl ich im Vorhinein nicht alles genau verstanden habe und wieder Neues gelernt habe. 

Im hinteren Aussenbereich haben wir noch 2 Sitzmöglichkeiten gebaut (aus Beton), damit die Kinder beim Waschen bequem sitzen können.

Dann kamen noch viele kleine weitere Arbeiten dazu. Neue Schachttdeckel, neue Dachrohre, Loch im Dach flicken, Wasserhähnen in Küche und Bad ersetzen, Dusche ersetzen und Spülung reparieren, Türen verkleinern (wurden zu gross mit den neuen Platten), 2 Belüftungsfensterli bei den WCs einbauen und da der Zement von den Sockelleisten überall an der Wand war, haben wir kurzfristig entschieden, auch die Wände neu zu streichen.

So haben wir die Aussenfassade blau gemacht und die WC Bereiche im Grauton. Für den Gang haben wir wieder lange Diskussionen geführt vor der Farbpalette. Als wir uns entschieden haben, sagten sie uns, dass sie diese Farben nicht in unseren Mengen haben und wir diese so nicht kaufen konnten. Der Maler hat aber gesagt, dass er uns die Farben mischen kann. Jetzt wo ich diesen Text schreibe, habe ich die Wände noch nicht gesehen und ich bin seeehr gespannt auf das Endergebnis!

Alles in allem haben wir gefühlt in zwei Wochen ein neues Center erhalten. Das macht uns sehr Freude und die Investition hat sich sehr gelohnt!

Wir sind täglich kurz zur Baustelle gegangen und mussten uns um die Finanzen kümmern. Die ganze Bauleitung hat unser Direktor Ameth mit Bravour gemacht! Er war immer vor Ort. Er sagt das dies notwendig ist, weil die Arbeiter sonst Material für andere Baustellen mitnehmen könnten oder nicht vorwärts arbeiten. Er hat alle Ausgaben genau aufgeschrieben und uns die Rechnungen gezeigt. Es war ein sehr spannendes Projekt und ich hatte auch einige Learnings. Z.B.

  • es hat nie genügend Zement
  • bei den Offerten werden immer viele Sachen vergessen
  • die Inflation ist krass spürbar auch beim Baumaterial. Beispielsweise ist der Preis von einem grossen Kessel Farbe von 27’000 auf 35’000 CFA gestiegen!

Gestern haben wir noch unser jährliches grosses Essen für die Kinder gemacht. Ich liebe es mit unserem Team zu kochen und das Essen zu verteilen. Obwohl die 20 KG Zwiebelrüsten mir schon einige Tränen abverlangt haben. Am Abend waren wir alle ziemlich k.o. wir haben 200 Portionen zubereitet und zirka für 100 Kinder Essen in ein anders Projekt gebracht.

Apropos Tränen: Der Abschied steht an. Auch wenn ich schon so viele Abschiede von Saint Louis hatte, fällt es mir niemals leicht. Obwohl es hier auch immer wieder schwierige Momente, traurige Geschichten  und Enttäuschungen gibt und Luzern und mein Umfeld mir fehlt, könnte ich mir ein Leben ohne Senegal und vor allem Saint Louis mit dem Projekt und der Familie nicht vorstellen

Bild 1: Alle Plättli weggespitz
Bild 2: Das Loch im Dach
Bild 3-5: der neue Nasszellenbereich
Bild 6-7: Der alte Hinterhof
Bild 8: Der neue Hinterhof
Bild 9: Der neue Aussenbereich
Bild 10-11: Der neue Innenbereich mit dem Fenster von Coach Bunjol
Bild 11-12: Der neue Aussenanstrich
Bild 13-14: Impressionen vom Gouter

Das Problem mit der â€žFosse“

Seit der letzten Regenzeit im Sommer haben wir vermehrt Probleme mit der „Fosse“. Die Fosse ist das Abwasser, welches in vier Tanks gespeichert wird im Center. Unser Center wurde als Einfamilenhaus gebaut und nicht als Center, indem wöchentlich 100te Kinder raus und rein gehen und vor allem auch Duschen und die WC-Anlage benutzen. Seit dem Sommer drückt es das Grundwasser auch noch in die Tanks und unser Direktor musste fast monatlich den Tanklastwagen bestellen, welcher die Tanks wieder leert. Einmal sind sie uns sogar überlaufen und wir mussten das ganze Center reinigen.

Bereits beim Dezemberbesuch von Marion im Senegal haben wir besprochen, was wir genau machen wollen: Wir werden vor dem Center einen neuen, grossen Tank in den Boden bauen, dieser kann viel mehr Fosse aufnehmen als die bisherigen 4 Tanks. Diese sollen nur noch als Reserve dienen. In den letzten Wochen haben nun die Arbeiten begonnen und Elena und Cheikh können diese Arbeiten aktuell vor Ort nun gut dokumentieren und begleiten.

Nebenbei haben wir entschieden, dass wir noch ein zweites WC mit Dusche für die Talibé-Kinder bauen werden, weil an den Waschtagen vor dem einzigen WC mit Dusche jeweils viel Stau ist.

Bild 1: Der Tankwagen ist da

Bild 2: Aus dem Hinterhof wird einer der 4 Tanks geleert.

Nach drei Jahren – endlich zurück im Senegal

Von Marion: Am 4. Dezember war es wieder soweit und ich durfte wieder einmal in den Senegal reisen. Die beiden letzten geplanten Aufenthalte musste ich wegen der Pandemie leider verschieben. So blieb mir drei lange Jahre nur wenig Kontakt mit kurzen Gesprächen mit unserem Direktor oder mit Fotos, die wir oft an den Freitagen nach den Goutes bekommen. Hier nun meine ersten Eindrücke.

Die ersten Eindrücke

Als wir in Brüssel ins Flugzeug stiegen haben wir die zwei Minuten die wir warten mussten ziemlich gefroren. In Dakar auszusteigen war das pure Gegenteil: Es war heiss. Als erstes mussten wir den Puli ausziehen. Nach dem langen Anstehen bei der Passkontrolle, kam dafür das Gepäck sofort und wir gingen hinaus in das Land, wo uns unser Direktor und der Chauffeur erwartete. Das erste Ziel: Den Achtelfinalmatch Senegal – England, welcher 30min nach der Ankunft begann. So kam es, dass wir den Match bei einer Autobahntankstelle in einem Hinterzimmer mit 10 anderen Senegalesen mitverfolgten.

Was ist noch gleich?

Fast alles:

  • Das Team im Center ist fröhlich, hält das Center sehr sauber und geht sparsam mit den im letzten Jahr mitgebrachten Kleider und Materialien um.
  • In der Familie Gaye ist es wie immer laut und lustig und wir wurden herzlich empfangen. „Marion doff“ = „Die Verückte Marion“ ist zurück. Natürlich wollten alle Wissen wie es den anderen Familienmitgliedern geht.
  • Die feinen Eintopf-Menüs am Mittag und Abend
  • die Taxifahrer haben immer noch keine Navigeräte und fragen deshalb nach jeder Kreuzung irgendwelche Passanten nach dem Weg

Was ist anders?

Nur kleine Sachen:

  • Cheikhs Tante hat nun einen Güggel, der uns jeden Morgen ca. 2-3x weckt: am Morgen um 4, um 6 und um 8 Uhr.
  • Die Lebensmittelpreise haben sich verdoppelt gemäss unseren Mitarbeiter.
  • Es gibt auch hier praktisch nur noch Smartphones und WLAN ist keine Seltenheit mehr.
  • Wir haben Probleme mit unseren Abwasser-Sammelbecken. Dafür braucht es nun eine Renovierung, welche ich mit einigen Personen Besprechen muss in den kommenden Tagen.
  • Ich darf diese Reise mit meinem Freund unternehmen. Es macht mir grosse Freude ihm zu zeigen, warum wir uns für Coeur en Or engagieren. Oft sind Worte und Fotos zu wenig stark um die Realität zu beschreiben.

Die Hälfte unseres Aufenthalts ist vorbei, die kommenden Tagen sind schon ziemlich verplant. Es werden weitere Beiträge folgen. Rester connecter!!

Ich sage Bonne nuit, der Güggel wird schon bald wieder schreien!

Fastenprojekt in Büron und Schlierbach

Die Kirchgemeinden Büron und Schlierbach haben dieses Jahr unser Projekt Couer en Or als Fastenprojekt ausgewählt. Wie bereits vor 4 Jahren durften wir zusammen mit den Firmlingen den Gottesdienst am Suppentag mitgestalten. Diese beiden feierlichen Messen fanden am 20. und 27. März statt.

Das diesjährige Motto zum Suppentag lautete „Brücken bauen zwischen dem Senegal und der Schweiz – Für eine Welt, in der sich alle auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen!“ Die Firmlinge (6. Klasse) haben sich in Unterricht Gedanken gemacht, welche Gemeinsamkeiten die Schüler aus der Schweiz mit den Talibé-Kindern im Senegal haben und dies vorgetragen. Es war sehr eindrücklich zu hören, was den Schweizer Mädchen und Jungs alles in den Sinn gekommen ist. Elena hat in ihrer Predigt eindrücklich die Lage im Senegal geschildert und die Besucher in den Bann gezogen.

In Büron hat der Kirchenchor mit afrikanischen Lieder den Gottesdienst begleitet in Schlierbach hat Cheikh und sein Kollege mit afrikanischen Klängen begleitet. Das anschliessende Geniessen der Suppe ohne einschränkende Massnahmen haben das gelungene Projekt abgeschlossen.

Einige Eindrücke aus dem Gottesdienst in Büron sind auf der Webseite des Pastoralraumes Surental zu finden.

Ein herzliches Dankeschön geht an Helga Steinmann für die Koordination und die Initialisierung des Projekts. Unser Projekt und das Leben im Senegal durch solch gelungene Anlässe zu präsentieren macht uns sehr grossen Spass!

Container Verteilung Teil 2

Verteilung der Kleider

Am Donnerstag war es so weit mit der Verteilung. Wir haben Hosen, Langarm-Shirts und Jacken bereitgestellt. Bei den Kindern hat es sich schnell herumgesprochen, dass heute Kleider verteilt werden. Daher entschieden wir, dass jeweils pro Kind entweder 1 Paar Hosen und ein Langarmshirt oder eine Jacke ausgewählt werden darf.

Die Kinder duschten und kamen anschliessend zu uns. Wir konnten unsere Handtücher aus dem Container bestens gebrauchen. Die Talibes konnten auswählen; die Jacken waren eindeutig die Favoriten. Sobald ein Kleidungstück von der Grösse her passte, gingen die Kids happy nach draussen. Kinder mit besonders schmutzigen Kleidern, kleideten wir ganz neu ein. Zum Schluss blieben uns tendenziell eher viele kleinere Hosen und Jacken. Daher erhielten am Schluss die kleineren Jungs Hosen und Jacken.

Die Verteilung war ein voller Erfolg. Für mich persönlich ist eine der schönsten Aktivitäten. Die nächste Verteilung ist geplant Ende Februar.

Das Material für das Dorf

Für die Reise ins Dorf freute ich mich besonders. Gababe ist das Ursprungsdorf von Cheikhs Vater.  Es liegt in der Fouta, die nördliche Region von Senegal an dem so genannten Senegal Fluss. Er ist die Grenze zwischen Senegal und Mauretanien. Ich war das letzte (und erste) Mal im Dezember 2015 in Gababe.  

Für die Reise haben wir ein Auto gemietet, Cheikh fuhr die ganzen fünf Stunden. Gegessen haben wir unterwegs in einem etwas grösseren Dorf. Die Freude bei der Ankunft war gross. Cheikh nutzte die Gelegenheit und ging noch kurz nach Kaedi, der Stadt auf der anderen Flussseite in Mauretanien. Dort wohnt sein Bruder Youssuf und ein Teil von Cheikhs Mutters Familie. Ich blieb mit Ameth, unserem Direktor vom Center, in Gababe und machte eine Tour durchs Dorf und genoss den Anblick des Flusses.

Am Abend gab es ein grosses Nachtessen und wir deponierten das Material. Neben Kleider haben wir auch Spielsachen für die Kinder, Bälle und medizinisches Material mitgenommen. Die Verteilung war aber erst in den nächsten Tagen geplant.  Leider sprechen die Leute im Dorf nur wenig Französisch, so konnte ich mich nicht gut mit den Leuten unterhalten. Wir übernachteten in einem einfachen Zimmer auf einer Matratze.

Am nächsten Morgen frühstückten wir im Freien. Als wir unsere Sachen verstauen wollten, haben wir eine Platte am Autopneu entdeckt. Da Cheikh und ich das erste Mal Demba alleine in der Familie in Saint Louis gelassen haben, war ich etwas gestresst. Ich dachte mir zuerst, dass wir länger nicht abreisen können. Ich wurde jedoch des besseren belehrt und die kleine „Autogarage“ im Dorf konnte uns das Material zur Reparatur des Pneus liefern.

Als es wir dann endlich losfahren konnten, machten wir noch eine „Abschiedstour“ im Dorf. Wir hielten sicherlich bei fünf Häusern an, um uns von den Leuten zu verabschieden.

Es war ein schöner Kurztrip und ich bin froh, haben wir die Zeit gefunden vor Ort zu gehen und das Material persönlich zu übergeben.  

Somit ist die Container-Verteilung fürs Erste abgeschlossen. Es hat noch viel Material für die nächsten paar Monate. Wir sind froh, hat alles so gut geklappt. Die riesige Arbeit vom Sammeln, Einpacken und Sortieren hat sich gelohnt. Nochmals ein riesiges Dankeschön an alle Leute, die für den Container Geld oder Material (oder beides) gespendet haben. Ein besonderes Danke geht auch an Mami Ursi, die beim Verpacken aller Schachteln geholfen hat und sehr viele Stunden für das Projekt investiert hat.