Sommerzeit – Regenzeit – Mückenzeit

Den folgenden Blogeintrag handelt von der Geschichte der Mückennetzen für die Daraas. Ein Gemeinschaftsprojekt von so vielen Leuten, die unser Engagement für die Talibé-Kinder und der Kulturaustausch mit der Schweiz so schön aufzeigt.

Gerne beginne ich von vorne mit einigen Hintergrundinformationen. Gegen Ende Juli/Anfangs August beginnt in Senegal die „Regenzeit“. Es gibt dort nach einigen Monaten ohne Regen den ersehnten Regen. Die karge braune Landschaft wird innert wenigen Tagen grün und unser Fussballfeld vor dem Center ist nur noch halb so gross, weil es ziemlich grosse „Glungen“ gibt. Dieses Wasser zieht die Mücken an und da im Senegal Mücken mit Malaria-Erregern gibt, steigt die Gefahr einer Ansteckung. Besonders gefährdet sind die Talibé-Kinder.

Die Jungs schlafen in ihren Daraas (=Gebetshäusern) in kleinen Räumen, ungeschützt auf dem Beton-Boden oder sogar auf dem Sand. Manche haben ein Dach über dem Kopf, manche schlafen unter freiem Himmel. Mückennetze, die die Kinder in der Nacht vor den Mücken schützen gibt es sehr selten. Durch das Liegen im Sand, erhöht sich zusätzlich das Risiko für die Krätze, eine Hauterkrankung, die durch Milben übertragen wird. Leider sind in den letzten zwei Jahren drei Tablibés in der Nähe unseres Centers an Malaria gestorben, weil es zu spät diagnostiziert wurde.

Initialisiert wurde das Mückennetz-Projekt von unserem Direktor und dem Team im Senegal. Als ich, Marion, dort war erzählte er mir von der beginnenden Regenzeit und der ungeschützten Kinder. Ich verstand das Anliegen und wollte einige Details wissen zu den Preisen und dem Aufwand. Neben den Mückennetzen sollten wir zusätzlich noch Teppiche kaufen, die Kids zusätzlich etwas vor dem direkten Bodenkontakt schützen sollen. Dank einigen Spenden, die wir in den letzten Monaten anvertraut bekamen, konnten wir das Projekt umsetzen.

Mir war wichtig, dass wir das Projekt richtig umsetzen und nicht nur einige Netze und Teppiche zur Verfügung stellen und diese nicht für alle reichen oder schlecht montiert wird. Deshalb besuchte ich mit Ameth und Babacar alle neun Daraas, bei denen wir regelmässig hingehen und die Kinder pflegen und erstellte eine Liste wie viele Teppiche und Mückennetze wir genau brauchten. Die Liste machte anschliessend den Weg in die Schweiz um anschliessend mit Elena und der Reisegruppe „Fischer-Wilhelm“-welche den Senegal Anfangs August besuchten wieder zurück nach Westafrika.

Vielleicht seht ihr warum ich so stolz auf dieses Projekt bin. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt genau so wie wir es uns wünschen: Das Bedürfnis kommt vom Team im Senegal, der Schweizer Vorstand prüft die Umsetzung und organisiert die Umsetzung, die Spenderinnen und Spender aus der Schweiz ermöglichen die Finanzierung und das „Pünktli auf dem I“ ist die Reisegruppe „Fischer-Wilhelm“. Sie halfen fachkundig und tatkräftig mit, die Netze zu montieren und konnten so etwas von der Kultur im Senegal mitnehmen und unvergessliche Momente erleben. Esther wird im kommenden Blogbeitrag davon erzählen. Also schaut wieder vorbei!

Hier noch die einige Bilder zur Geschichte:

 

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