Coronaschutzmassnahmen im Senegal – Vorübergehende Schliessung des Centers

Das Corona-Virus hat die Schweiz zur Zeit voll im Griff. Das Land ist im Lockdown, alles läuft langsamer, wir bleiben zu Hause und bleiben (physisch) auf Distanz. Wir waschen uns regelmässig und gründlich die Hände, wir Husten und Niesen in ein Taschentuch, wir melden uns per Telefon beim Arzt. So schützen wir uns. All das kennen wir. In diesem Beitrag möchten wir euch kurz aufklären, wie es im Senegal aussieht und welche Folgen das Corona-Virus auf unser Projekt hat.

Aktuelle Situation im Land
Gemäss einem Online-Beitrag von David Signer, ein NZZ-Journalist der in Dakar lebt, gibt es aktuell 119 Corona-Infektionen auf eine 15-Millionen-Bevölkerung (Stand vor einigen Tagen und mit einer grosser Dunkelziffer). Es gilt seit einigen Tagen eine Ausgangssperre ab 20.00 Uhr. Alle Schulen und viele Geschäfte sind geschlossen. Trotz dem Lockdown und dem Versammlungsverbot ist eine Ausbreitung des Virus im Senegal kaum aufzuhalten. Das Physische Distancing kann kaum überall eingehalten werden (Märkte, ÖV, Essen aus einer Schüssel, kleine Häuser und Zimmer). Auch die Händehygiene kann nicht so einfach umgesetzt werden wie in der Schweiz. Das marode Gesundheitssystem, sowie das generationsübergreifende Wohnen sind weitere Punkte, die für die Gesellschaft gefährlich werden. Der Beitrag von David Signer beschreibt einige dieser Faktoren eindrücklich. Hier der Link dazu.

Unser Center zu Coronazeiten
Wir haben unser Center vorletzte Woche geschlossen. Auf Grund der Schliessung der Schulen und wegen des Versammlungsverbots konnten wir es nicht mehr verantworten das Center offen zu halten. Auch die Trainings der Fussballteams mussten wir einstellen. Wir bedauern dies natürlich sehr, versuchen aber die Talibé-Kinder punktuell trotzdem noch zu unterstützen.

Wir möchten euch anhand einiger Beispiele aufzeigen, wie die Corona-Krise das sonst schon harte Leben der Talibé-Kinder noch weiter erschwert.

„Normales“ Talibé-Leben Erschwerte Bedingungen
Im normalen Talibé-Leben ist am Abend um 20.00 Uhr die Zeit um für das Nachtessen zu betteln. Sie treiben sich in den Strassen herum und versuchen Essen zu bekommen. Ab 20.00 Uhr ist eine Ausgangssperre verhängt. Es ist somit nicht möglich, das Nachtessen auf dem gewohnten Weg zu bekommen.
Wir erleben den Senegal als Land der offenen Türen. Die Türen zu den Häusern sind oft geöffnet, die Leute kommen und gehen in die Häuser – oft ohne anzuklopfen. Die Talibé-Kinder warten oft vor den Türen und bekommen dann die Essensresten (oder am Morgen den ungekochten Reis, welches sie ihren Marabous abgeben). Nun sind vermehrt die Türen geschlossen, die Bevölkerung lässt niemand mehr in die Häuser und ist weniger bereit das Essen mit den Talibé-Kindern zu teilen. Die Kinder bekommen somit noch weniger Essen.
Die Hygiene-Bedingungen in den Daraas sind prekär, obwohl eine gute Hygiene im Moment (überlebens)wichtig ist.
Ein physisches Distancing ist in Daraas unmöglich einzuhalten (in einem 3x3m Raum schlafen bis zu 20 Kinder)
Keine der Schutzmassnahmen, die wir in der Schweiz am Einhalten sind, kann in den Daraas eingehalten werden! Wird ein Talibé-Kind angesteckt, ist eine Ausbreitung im gesamten Daara kaum aufzuhalten.
Das Center ist normalerweise der Lichtblick für die Talibés. Die Talibés erhalten eine Mahlzeit pro Woche, können sich waschen, die Kleider waschen, spielen und basteln. Dies ist aktuell nicht möglich.

Unsere Aktivitäten in der Corona-Krise
Wir sind im Moment mit dem Team vor Ort am prüfen, wie wir die Kinder am besten unterstützen können. Sobald wir es aufgegleist haben, werden wir euch wieder informieren. Für uns ist es wichtig unser Team zu schützen, sowie auch die Weisungen der Regierung einzuhalten. Wir versuchen uns auch mit anderen Organisationen auszutauschen.

Letzte Woche war unser Team bei „unseren“ Daraas vor Ort. Wir haben den Marabous unsere Notfallnummer gegeben und versucht zu sensibilisieren. Hier einige Bilder dazu.

 

 

 

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